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Kommentar zu den Anschlägen in Paris : Terrorabwehr: Warum Deutschland jetzt Klartext reden muss

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Was wäre, wenn die Anschläge statt in Paris in Deutschland passiert wären? Ein Gedankenspiel von Stefan Hans Kläsener.

Nur mal ein Gedankenspiel, wenn auch ein perfides: Hätte es die Anschläge von Paris nicht in Paris, sondern in Berlin, Köln oder Hamburg gegeben, welche Gesellschaft hätten wir dann binnen Stunden? Niemand, der bei Verstand ist, kann die Duldsamkeit und Leidensfähigkeit eines Volkes vorhersehen. Die Franzosen zeigen zum wiederholten Male, dass sie gute Nerven haben. Ähnlich die Briten, die Italiener und die Spanier bei den Anschlägen von London, Rom und Madrid.

Die Deutschen haben bislang als jüngste Terrorgefahr den rechtsradikalen NSU gehabt. Ihn haben die Sicherheitsbehörden erkennbar nicht ernst genommen. Terror von Rechts ist aber ebenso schlimm wie von Links oder von Islamisten: Er ist eben irrationaler Terror!

Wenn es eines Beweises für den richtigen Satz bedurft hätte, die Flüchtlingsfrage an der Wurzel in den Heimatländern zu bekämpfen, so gilt das für den islamistischen Terror ebenso. Der Islamische Staat erfreut sich der Unterstützung von Golfstaaten, die sich auf der anderen Seite als Freunde des Westens feiern lassen. Dadurch werden diese Staaten noch nicht zu Terrorstaaten, aber sie ernähren die verirrten jungen Männer, die dann solche Taten wie die von Paris ausüben.

Eine besonnene Antwort darauf kann nur lauten: Europa benötigt dringend eine diplomatische Offensive, mit den Frontstaaten der Schiiten und der Sunniten Klartext über die Terrorabwehr zu sprechen. Genau diesen Staaten – von Afghanistan bis Saudi-Arabien – käme das sogar entgegen, denn der Schrecken des Terrors betrifft ja nicht nur Europa. Er betrifft ja auch afrikanische, arabische und asiatische Länder. Erst vor Tagen gab es in Beirut ein Bombenattentat zu beklagen, das die schlimmsten Opferzahlen seit Jahren hervorrief. Immer schon war gute Außenpolitik die Vermeidung von Leid und Krieg. Gestern, am Volkstrauertag, konnte man das wieder besichtigen.

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erstellt am 16.Nov.2015 | 06:30 Uhr

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