IS-Unterstützer : Terror-Verdächtige Islamisten in Berlin festgenommen

Anti-Terroreinsatz am frühen Morgen: In Berlin stellt die Polizei mutmaßliche Islamisten. Nach den Anschlägen von Paris wächst auch in Deutschland der Druck auf die Radikalen.

shz.de von
16. Januar 2015, 10:04 Uhr

Berlin | Bei einem Großeinsatz gegen Terrorverdächtige hat die Berliner Polizei am Freitagmorgen zwei Männer festgenommen. Die beiden Türken stehen zusammen mit drei weiteren in Berlin lebenden Männern im Verdacht, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat in Syrien vorbereitet zu haben, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten. Sie hätten auch für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geworben. Anhaltspunkte für Anschlagsplanungen in Deutschland lägen nicht vor, sagte ein Polizeisprecher.

Die drei anderen Männer sind auf freiem Fuß. Sie wurden nicht festgenommen, weil die Tatvorwürfe nicht schwerwiegend genug seien, dass es für einen Haftbefehl reiche, hieß es. Die beiden festgenommenen Hauptverdächtigen sind 41 und 43 Jahre alt.

Zuletzt gab es in Deutschland häufiger Durchsuchungen und Festnahmen von Heimkehrern aus Syrien und dem Irak.  Auch in SH gibt es bekannte Islamisten, die von den Ermittlern beobachtet werden. So hat im Dezember die Hamburger Staatsanwaltschaft Anklage gegen 14 mutmaßliche Islamisten aus Schleswig-Holstein und Hamburg erhoben. Sie sollen Mitglieder der verbotenen salafistischen Vereinigung  „Millatu Ibrahim“ sein. Laut Staatsanwaltschaft soll ein Hamburger der Rädelsführer der Gruppe gewesen sein und wird sich deshalb wohl vor Gericht verantworten müssen. 13 weiteren Angeklagten wird die Mitgliedschaft in der Vereinigung vorgeworfen. Darunter sind drei Pinneberger, ein Mann aus Elmshorn und ein weiterer aus Lübeck.

In Berlin durchsuchten Ermittler im Auftrag des Generalstaatsanwalts elf Wohnungen in mehreren Stadtteilen. Im Einsatz waren 250 Beamte und drei Spezialeinsatzkommandos. Dem 41-Jährigen Ismet D. wird vorgeworfen, als selbst ernannter „Emir“ und sogenannter „Weisenratspräsident“ eine Islamistengruppe in Berlin-Tiergarten anzuführen. Sie soll vornehmlich aus Türken und russischen Staatsangehörigen tschetschenischer und dagestanischer Herkunft bestehen. D. steht im Verdacht, die Gruppe mit „Islamunterricht“ radikalisiert und auf die Teilnahme am Dschihad („Heiliger Krieg“) gegen „Ungläubige“ in Syrien vorbereitet zu haben.

D. und der für Finanzen zuständige 43-jährige Emin F. sollen zudem Mitglieder der Gruppe bei der Ausreise nach Syrien organisatorisch und finanziell unterstützt und später erhebliche Geldbeträge für schwere Gewalttaten zur Verfügung gestellt zu haben. Es besteht auch der Verdacht, dass ausgereiste Mitglieder mit hochwertigem militärischen Material - etwa Nachtsichtgeräten - ausgerüstet wurden.

(mit dpa)

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