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Wicked Bible : Sünden-Bibel gefällig? Hier gibt es sie zu kaufen

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„Du sollst ehebrechen“. Dieser Satz in einer Bibel sorgte im 17. Jahrhundert für Aufsehen. Jetzt steht sie zum Verkauf.

Man weiß heute nicht genau, was die beiden königlichen Drucker Robert Barker und Martin Lucas 1631 antrieb, diese Bibel zu drucken. Auf der Seite mit den Zehn Geboten steht neben „Thou shalt not kill“ oder „Thou shalt not steale“ die klare Aufforderung: „Thou schalt commit adultery“ - zu deutsch: Du sollst ehebrechen. Das „not“ fehlt in der Bibel, die etwa 10.000 mal gedruckt wurde. In England wurde dieser Bibeldruck berühmt unter dem Namen „Wicked Bible“, frei übersetzt „Sünden-Bibel“.

Simon Roberts glaubt nicht an einen Fehler: „Ursprünglich dachte man, es sein ein Fehler, der nicht bemerkt wurde. Mir erscheint das unwahrscheinlich. Wenn man zehn Dinge überprüft, dann doch wohl diese Seite“, sagt der Mitarbeiter des Londoner Auktionshauses Bonhams dem „Guardian“. Er hält auch einen Sabotageakt eines rivalisierenden Druckers für möglich.

Bonhams versteigert eines der zehn verbliebenen Exemplare der Bibel am 11. November. Das Auktionshaus geht von einem Erlös wischen 14.000 und 21.000 Euro (10.000 bis 15.000 Pfund aus).

Die Titelseite der „Wicked Bible“.

Die Titelseite der „Wicked Bible“.

Foto: Bonhams
 

Die Drucker Barker und Lucas mussten - Absicht, Fehler oder Sabotage - büßen. König Karl I. brachte sie vor ein Gericht. Sie wurden für schuldig befunden und mussten 300 Pfund Strafe zahlen, nach heutiger Kaufkraft etwa 60.000 Euro. Außerdem verloren sie ihre Drucklizenz.

Der Erzbischof von Canterbury schrieb damals: „Ich kannte eine Zeit, als große Sorgfalt auf das Drucken verwendet wurde, besonders dem von Bibeln, gute Setzer und die besten Korrektoren, ernsthafte und gelehrte Männer, das Papier und die Letter selten, und von jedem nur das Beste, aber jetzt gilt das Papier nichts mehr, die Setzer sind Knaben und die Korrektoren Ungelernte.“ (zitiert laut Wikipedia)

Barker wurde 1635 wegen hoher Schulden ins Gefängnis geworfen, wo er zehn Jahre später starb. Die Bibeln wurden, soweit möglich, zurückgeholt und verbrannt. Deshalb sind heute nur noch so wenige Exemplare erhalten.

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erstellt am 23.Okt.2015 | 11:01 Uhr

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