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Nach Anschlag in Berlin : Suche nach Anis Amri: Polizei durchsucht Flixbus in Flensburg

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Auch in Dänemark wollen mehrere Menschen den Mann gesehen haben. Die Suchaktionen verliefen bislang ohne Ergebnis.

Grenaa | Im Zuge der Fahndung nach dem als mutmaßlichen Attentäter auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin gesuchten Anis Amri ist die schleswig-holsteinische Landespolizei am Mittwoch auch Hinweisen in Flensburg nachgegangen. Entsprechende Informationen des sh:z bestätigte der Sprecher des Landeskriminalamtes, Uwe Keller, auf Anfrage.

Anis Amri steht im Verdacht, am Montagabend einen Lastwagen auf einen Berliner Weihnachtsmarkt gelenkt und so zwölf Menschen getötet sowie rund 50 verletzt zu haben. Europaweit wird nach dem Tunesier gefahndet. Alle aktuellen Entwicklungen finden Sie in unserem Liveblog.

Danach glaubte der Insasse eines Flixbusses, der nach Flensburg unterwegs war, in einem der Mitreisenden den tunesischen Staatsbürger identifiziert zu haben. Beamte des LKA seien dem Hinweis nachgegangen und hätten in dem Fahrzeug Spuren gesichert, sagte Keller. Der Verdacht habe sich im Zuge der Ermittlungen jedoch nicht erhärtet.

Grundsätzlich ist auch die Bundespolizei im Norden mit erhöhter Aufmerksamkeit im Einsatz. „Wir sind am Bahnhof und im Grenzraum unterwegs“, sagt Hanspeter Schwartz, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Flensburg, auf Anfrage. Zwar seien die Beamten mit der gewohnten Stärke präsent, „aber mit deutlich mehr Sensibilität“, so Schwartz weiter. Jeder Kollege habe ein Foto vom Terrorverdächtigen im Auto „und weiß wie dieser aussieht“.

Und auch in Dänemark hat die Polizei bereits eine größere Suchaktion durchgeführt: In Ostjütland ging sie in der Nacht im Hafengebiet der Stadt Grenaa Hinweisen nach, weil Zeugen dort Amri gesehen haben wollten. Unter anderem meinte ein Mann, der seinen Hund Gassi geführt hatte, gegen 22.30 Uhr den 24-jährigen Tunesier gesehen zu haben. Am Morgen wurde die Aktion aber ohne Ergebnis abgebrochen.

Wie der dänische Sender TV2 berichtet, hatten sich zahlreiche Zeugen gemeldet, die Amri beobachtet haben wollten. Die Polizei setzte Hubschrauber und Polizeihunde ein und hielt vier Stunden lang eine Fähre nach Schweden zurück, um an Bord nach Amri zu suchen, doch der mutmaßliche Täter wurde nicht gefunden – alle Passagiere wurden überprüft. Am Donnerstagmorgen konnte die Fähre der Reederei Stena Line den Hafen Richtung Schweden verlassen.

Polizeichefinspektor Klaus Arboe Rasmussen von der Østjyllands Politi berichtete am Morgen auf einer Pressekonferenz in Aarhus über die Aktion, Details über die Informanten wollte er aber nicht preisgeben. Nur, dass es auch „andere Informationen“ gab, dass der Gesuchte sich in Grenaa befunden habe. Die Ermittlungen würden weiter laufen – und er forderte die Bürger auf, normal ihren Alltag zu verfolgen und die Augen offen zu halten.

Alle aktuellen Entwicklungen können Sie in unserem Liveblog nachlesen.

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erstellt am 22.Dez.2016 | 11:54 Uhr

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