Grosseinsatz in Brandenburg : Suche mit Hunden: Sechsjähriger Elias aus Potsdam seit Mittwoch vermisst

Der sechsjährige Elias aus Potsdam wird seit Mittwochabend vermisst.
Der sechsjährige Elias aus Potsdam wird seit Mittwochabend vermisst.

Am Mittwochabend verschwand der Junge von einem Spielplatz. Konkrete Spuren gibt es auch zwei Tage später nicht.

shz.de von
10. Juli 2015, 09:00 Uhr

Potsdam | Mit Spürhunden ist am Freitag erneut nach dem vermissten sechsjährigen Elias aus Potsdam gesucht worden. Es gebe aber keine konkrete Spur, sagte eine Polizeisprecherin. Auch die Befragungen von möglichen Zeugen gingen weiter. Am Donnerstag hatten sich bis zu 150 Polizisten an der Suche beteiligt. Etwa in dieser Größenordnung bewege sich der Einsatz auch am Freitag.

Polizisten suchen auch in der Nuthe nach Spuren des verschwundenen Elias.
Bernd Settnik
Polizisten suchen auch in der Nuthe nach Spuren des verschwundenen Elias.
Elias war das letzte Mal am Mittwochabend gegen 18 Uhr auf einem Spielplatz direkt vor seinem Wohnhaus im Plattenbauviertel Schlaatz gesehen worden. Seitdem gibt es von dem blonden Jungen kein Lebenszeichen. Hinweise auf ein Verbrechen liegen nach Polizeiangaben bislang nicht vor, es könne aber ebenso wenig wie ein Unfall ausgeschlossen werden.


„Elias war draußen auf dem Spielplatz. Von meiner Wohnung im Erdgeschoss hatte ich ihn auch immer im Blick“, sagt Mutter Anni. „Und dann war er auf einmal weg. Erst habe ich allein gesucht, dann meinen Freund dazugeholt, aber wir konnten ihn nicht finden“. Nach der Suche auf eigene Faust alarmierte sie die Polizei. Von der ersten Minute an wird die Frau von Freunden, Bekannten und Nachbarn unterstützt. „Wir sind in der Nacht gleich mit Taschenlampen raus, haben wirklich jeden Stein umgedreht, sind in jeden Busch gekrochen, aber nichts“, berichtet eine Freundin der Familie.

Am Donnerstagmorgen lässt sie 600 Flyer mit einem Bild vom Jungen drucken lassen und verteilen. Sofort springen der 23-Jährigen viele Helfer zur Seite, schnappen sich einige Flugblätter und verbreiten sie im ganzen Stadtteil. Eine andere Freundin gründet eine Facebook-Gruppe. Am Nachmittag sind ihr knapp 6000 Menschen beigetreten. Es sei „unglaublich, so eine Welle der Hilfsbereitschaft zu erleben“, sagte eine Polizeisprecherin. Kritisch sehe sie jedoch, wie sehr „die Gerüchteküche über die sozialen Medien hochkocht“. Jeder wolle etwas gesehen haben, und die Polizei müsse allem nachgehen.

Anja Berger, eine Freundin der Mutter, koordiniert am Donnerstag einen Trupp von mehr als 30 Freiwilligen, die die Suche der Polizei unterstützen. Erst vor drei Wochen sei Elias mit seiner Mutter ein paar Blocks weiter gezogen. „Natürlich haben wir als Erstes geschaut, ob Elias vielleicht dorthin zurückgelaufen ist, aber nichts“, erklärt Berger. Später teilt sie die Freiwilligen in drei Gruppen auf und schickt sie in eine Gartenkolonie, an das Flüsschen Nuthe und in ein Wäldchen.

„Ich mache mir wirklich Sorgen. Irgendwie klingt das nach dem Fall der verschwundenen Inga“, befürchtet Berger. Das fünfjährige Mädchen war Anfang Mai zu Besuch in Wilhelmsdorf in Sachsen-Anhalt. Es wird vermutet, dass Inga in den Wald lief, um Holz für ein Lagerfeuer zu suchen. Von da an wurde sie nicht mehr gesehen.

Die Kripo-Teams arbeiteten auch in der Nacht zum Freitag an dem Fall. Sie werteten Bildmaterial aus Straßenbahnen, Bussen und einem Supermarkt aus.

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