Prozess in Arnsberg : Streit um Kronkorken-Auto: Gewinner muss zahlen

Um einen solchen Kronkorken geht's bei dem skurrilen Rechtsstreit.

Um einen solchen Kronkorken geht's bei dem skurrilen Rechtsstreit.

Das Gewinnspiel einer Brauerei hat eine Clique entzweit. Die ehemaligen Freunde wollen Geld sehen – das Gericht gab ihnen recht.

shz.de von
02. März 2017, 11:27 Uhr

Arnsberg | Im erbittert geführten Prozess um den Hauptpreis eines Kronkorkenspiels hat der Gewinner eines Autos eine Niederlage erlitten. Der Mann muss nach einer Entscheidung des Arnsberger Landgerichts einen Teil des Geldes aus dem Verkauf des gewonnenen Wagens an seine frühere Freundin zahlen. Da die Freunde zuvor beschlossen hätten, die Ausgaben des Ausflugs zu teilen, bei dem der Gewinn entstand, seien sie alle auch dessen „Miteigentümer“. Der beklagte Mann könne den überraschenden Gewinn nicht einfach für sich behalten.

Die Clique hatte bei einem Wochenendausflug gemeinsam getrunken und die Kronkorken der Bierflaschen achtlos auf den Tisch geworfen. Der Beklagte aus dem sauerländischen Schmallenberg fischte sich einen heraus und entdeckte darauf das Symbol für den Hauptpreis eines Gewinnspiels der Brauerei. Die Brauerei übergab ihm einen von 111 ausgelobten Audi A3 Sportback, der Mann fuhr das Auto auch eine Weile und verkaufte den Wagen dann für 17.500 Euro. Eine Frau, die mit am Tisch saß, fordert ein Fünftel des Gewinns, umgerechnet in bar einen Anteil von 5736 Euro. Der Mann wollte zur Wiedergutmachung nur etwa 1000 Euro zahlen. Die Kammer sprach der Frau nun 4268 Euro zu.

„Es war auch ein Spiel untereinander, weil immer der Zufall mit im Raum stand“, argumentierte der Anwalt des beklagten Gewinners im Vorfeld. Das sieht die Anwältin der Gegenseite anders: „Wir meinen, wenn sich alle die Kosten teilen, dann muss das auch für den Gewinn gelten.“

Beide Parteien können noch in Berufung gehen. Die Anwältin der klagenden Frau zeigte sich aber zufrieden mit der Entscheidung.

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