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Zweifel an der Geschichte : Starb wirklich ein Junge in den Armen eines Weihnachtsmanns?

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Die Geschichte um den kranken Jungen ging um die Welt. Ob sie stimmt, ist fraglich.

shz.de von
erstellt am 15.Dez.2016 | 12:31 Uhr

Knoxville | Die Geschichte rührte tausende Menschen zu Tränen: In den USA soll ein todkranker Junge in den Armen eines als Weihnachtsmann verkleideten Mannes gestorben sein. Doch nun mehren sich die Zweifel an der Geschichte.

Die Geschichte klang todtraurig und wunderschön: Der als Weihnachtsmann verkleidete Maschinenbauer Eric Schmitt-Matzen soll in den USA einen todkranken Jungen in einem benachbarten Krankenhaus besucht haben, weil das Kind noch einmal Santa Claus sehen wollte. Bei diesem Besuch sei der Fünfjährige dann in den Armen des Mannes gestorben.

Quelle der Geschichte ist Eric Schmitt-Matzen. Er berichtete der Zeitung „Knoxville News Sentinel“  äußerst detailliert über den Vorfall, der einige Zeit zurückliegen soll: Vom Anruf der Krankenschwester über die Geschenkwahl und seinen aufmunternden Worte an das Kind bis zu dessen Tod und seiner Rückfahrt unter Tränen konnte sich Schmitt-Matzes an alles erinnern. Seine Geschichte ging viral.

Doch nun mehren sich Zweifel: Die ortsansässige Zeitung konnte weder das Krankenhaus noch die Familie des Jungen ausfindig machen. Santa Claus Schmitt-Matze weigerte sich ebenfalls, Namen oder Ort zu nennen. Die amerikanische Zeitung hat ihren Artikel daher mit einer Warnung versehen.

 

Der Nachrichtensender CNN hatte sich auf die Suche nach dem Jungen und der Hintergründe der Geschichte gemacht, war aber ebenfalls erfolglos. Selbst Todesanzeigen in den ortsansässigen Zeitungen wurden abgeglichen, doch das Kind nicht gefunden.

Die „Washington Post“ meldete auch Zweifel an, nachdem mehrere Klinik-Sprecher die Geschichte nicht bestätigen konnten. Ist Eric Schmitt-Matzens Geschichte also zu schön, um wirklich wahr zu sein? Schmitt-Matzen jedenfalls reagiert gegenüber der „Washington Post“ gelassen auf die Zweifel: „Wenn mich einige Leute einen Lügner nennen, kann ich damit besser umgehen, als mit einem sterbenden Kind in meinen Armen.“

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