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Terror-Anschläge in Brüssel : Staatsanwaltschaft: „Mann mit Hut“ gefasst

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Die belgischen Behörden meldet einen Fahndungserfolg: Der gesuchte Mann vom Flughafen sei gefasst.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2016 | 20:46 Uhr

Brüssel | Der als „Mann mit dem Hut“ gesuchte dritte Terrorverdächtige des Brüsseler Flughafens ist gefasst. Es handele sich um den am Vortag verhafteten Mohamed Abrini, teilte die Brüsseler Staatsanwaltschaft am Samstag mit.

Im Laufe der Ermittlungen zu den Anschlägen in Brüssel vom 22. März wurde immer mehr deutlich: Das Netzwerk der Terroristen in Europa ist groß. Außerdem verfügten die Attentäter über viele Waffen.

Abrini sei mit Ermittlungsergebnissen konfrontiert worden und habe seine Anwesenheit am Tatort zugegeben, hieß es. Auf Fahndungsfotos und -videos vom Flughafen war er stets mit einer hellen Jacke und einem dunklen Hut zu sehen gewesen. Diese Jacke hat Abrini laut Staatsanwaltschaft in einen Mülleimer geworfen, den Hut danach verkauft.

Gegen Abrini wurde bereits ein Haftbefehl erlassen. Dem 31-jährigen Belgier werden Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung in leitender Funktion sowie terroristische Morde vorgeworfen. Auch in die Pariser Terroranschläge war er demnach verwickelt, obwohl seine genaue Rolle unklar ist.

Bei der am Samstag bekanntgewordenen sechsten Festnahme in Brüssel soll es sich nach Angaben des Senders VRT und der Zeitung „De Standard“ um einen Mann handeln, der vergangenes Jahr wegen Mitgliedschaft in der Islamisten-Organisation „Sharia4Belgium“ zu fünf Jahren Haft verurteilt worden war. Er sei aber vorzeitig freigekommen.

Bei einem weiteren Festgenommenen namens Osama K. könnte es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um den Mann handeln, der kurz vor der Explosion in der Brüsseler Metrostation Maelbeek an der Seite des Selbstmordattentäters gesehen wurde. Der Abgebildete soll in einem Einkaufszentrum jene Taschen erworben haben, die später bei den Anschlägen benutzt wurden.

Osama K. soll sich im vergangenen Jahr in Deutschland aufgehalten haben. Der Mann wurde nach den bisherigen Ermittlungen am 3. Oktober vom mutmaßlichen Paris-Terroristen Salah Abdeslam in Ulm abgeholt und nach Belgien gebracht.

Bei den Anschlägen am Brüsseler Flughafen und in einem U-Bahn-Wagen hatten die Terroristen am 22. März 32 Menschen getötet. Die Terrorserie von Paris am 13. November vergangenen Jahres kostete 130 Opfer das Leben, zudem starben am Tag der Anschläge und bei einer späteren Polizeiaktion insgesamt neun Attentäter. Die Urheber der Bluttaten standen nach Erkenntnissen der Ermittler in Verbindung. In beiden Fällen bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat zu den Anschlägen, die in Syrien, im Irak und in Libyen große Gebiete beherrscht.

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