Bayern : Sprengstoff-Fund in Schweinfurt: 35-Jähriger im Visier des LKA

Die Polizei hat Chemikalien in einer Sozialunterkunft in Schweinfurt entdeckt, die für den Bau von Rohrbomben geeignet gewesen wären.
Die Stoffe wären für den Bau von Rohrbomben geeignet gewesen.

Die Polizei findet Chemikalien und Sprengstoff in einer Obdachlosen-Unterkunft. Was plante der Mann?

Avatar_shz von
27. März 2018, 12:49 Uhr

Schweinfurt | Der Fund von Chemikalien und Sprengstoff in einer Schweinfurter Obdachlosen-Unterkunft gibt den Ermittlern Rätsel auf. Das Landeskriminalamt (LKA) prüft nun, ob Anhaltspunkte für eine extremistische Tat vorliegen. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf einen 35 Jahre alten Mann. Er sollte noch am Dienstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, wie ein Sprecher des LKA sagte. Der Deutsche war am Montag, als die Polizei das Gebäude abgesperrt hatte, an die Absperrung getreten und hatte gesagt, die Chemikalien gehörten ihm. Daraufhin wurde er festgenommen.

Ersten Untersuchungen zufolge habe es sich um den Stoff TATP gehandelt, sagte der LKA-Sprecher. Dieser Sprengstoff gilt als sehr instabil und hoch explosiv. Deshalb sei er  direkt unschädlich gemacht worden. In einer Grube auf einer Wiese wurde das Material in der Nacht zum Dienstag kontrolliert gesprengt; etwa 100 Menschen mussten deshalb ihre Wohnungen vorsichtshalber verlassen.

Am Montag hatte es zunächst geheißen, in der Sozial-Unterkunft seien Chemikalien entdeckt worden, die zur Herstellung von Sprengstoff geeignet sind. Die weiteren Ermittlungen ergaben dann, dass auch schon hochexplosiver Sprengstoff dort deponiert war. Der gefundene Stoff TATP war beispielsweise bei den Pariser Terroranschlägen vom November 2015 von islamistischen Gewalttätern verwendet worden.

Welche Chemikalien sonst noch gefunden wurden, gab das LKA zunächst nicht bekannt. Insgesamt stießen die Ermittler auf mehr als 30 Liter Chemikalien und ein Kilogramm selbst hergestellten Sprengstoff.

Ein Gerichtsvollzieher hatte am Montag die Polizei verständigt, dass er bei einer Zwangsräumung in der Sozial-Unterkunft etliche Chemikalien entdeckt hatte. Die Wohnung hatte zuletzt eine 30 Jahre alte Frau bewohnt, die vorläufig festgenommen wurde, inzwischen aber wieder auf freiem Fuß ist. Auch zwei weitere Männer, die die Polizei festgenommen hatte, sind wieder frei.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen