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Nominierte : Spiel des Jahres 2017: Vom Dschungel zum Mars

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Am Montag wird in Berlin das „Spiel des Jahres 2017“ ausgezeichnet. Doch wie gut sind die Nominierten? Ein Test.

Berlin | Im vergangenen Jahr wurde das Spiel „Codenames“ von Vlaada Chvátil als „Spiel des Jahres“ ausgezeichnet. Auch 2017 gibt es wieder drei Anwärter auf den Titel, der am Montag in Berlin verliehen wird.  Außerdem wird zum siebten Mal das „Kennerspiel des Jahres“ ausgezeichnet.

„Kingdomino“ – Puzzlen im Königreich

„Kingdomino“

„Kingdomino“

Foto: Pegasus Spiele
 

Unkompliziertes Legespiel, das man locker in 20 Minuten runterspielen kann. Die Spieler dürfen sich in jeder Runde ein zweigeteiltes Plättchen nehmen und in ihr fünf mal fünf Felder großes Königreich legen. Dabei kommt es vor allem auf das richtige Timing und etwas Glück  an. Das ist kinderleicht, doch rechtfertigt das tatsächlich eine Auszeichnung? Schwer vorstellbar.

Kingdomino von  Bruno Cathala, Pegasus Spiele, 2-4 Spieler, ca. 19 Euro.

„Magic Maze“ – Hektik im Einkaufszentrum

„Magic Maze“

„Magic Maze“

Foto: Pegasus Spiele
 

Das magische Labyrinth ist ein kurzweiliges Spiel, in dem die Spieler gemeinsam und in Echtzeit versuchen, vier Helden durch ein verwinkeltes Einkaufszentrum zu lotsen. Alle dürfen jede Figur bewegen, allerdings nur in eine Richtung. Zudem darf man nicht sprechen, was natürlich zu Missverständnissen und Gelächter führt. Lustig, funktioniert aber besser in feucht-fröhlichen Runden als mit der Familie.

Magic Maze von Kasper Lapp, Pegasus Spiele, 1-8 Spieler, ca. 25 Euro.

„Wettlauf nach Eldorado“ – Durch den Dschungel

„Wettlauf nach El Dorado“.

„Wettlauf nach El Dorado“.

Foto: Ravensburger
 

Reiner Knizia, der 2008 schon einmal das „Spiel des Jahres“ gewann, ist mit diesem Rennspiel zum sagenhaften Goldland ein großer Wurf gelungen. Die Entdecker müssen sich zuerst ein passendes Kartendeck zusammenstellen, um den Dschungel (der sich immer neu zusammensetzt!) zu durchqueren. „El Dorado“ ist ein – im besten Sinne – klassisches Spiel für die ganze Familie, der Favorit auf die Auszeichnung.

Wettlauf nach El Dorado von Reiner Knizia, Ravensburger Spieleverlag, 2-4 Spieler,  30 Euro.

Außerdem gibt es drei Nominierungen zum „Kennerspiel des Jahres“. Mit der Einführung des dritten Hauptpreises im Jahr 2011 reagierte die Jury auf Veränderungen am Brettspielmarkt. Angebot und Nachfrage im Bereich von SPielen mit größeren Anforderungen und komplexerem Spielverlauf sind stark gewachsen. Kennerspiele sollen denjenigen Menschen eine Orientierungshilfe bieten, die schon länger spielen und Erfahrung beim Erlernen neuer Spiele mitbringen.

„Räuber der Nordsee“ – Plündern, was das Zeug hält

„Räuber der Nordsee“

„Räuber der Nordsee“

Foto: Schwerkraft Verlag
 

„Räuber der Nordsee“ ist das schwarmfinanzierte Spiel eines neuseeländischen Autors. Ungewöhnlich für die Spielebranche. Bevor es ans Räubern geht, müssen die Spieler aber erst einmal eine schlagkräftige Truppe anheuern. Dann werden Häfen, Klöster und tief im Landesinneren gelegene Burgen ausgeraubt. Sonderlich blutrünstig geht es allerdings gar nicht zu, sondern strategisch – wie es sich für ein  „Kennerspiel“ gehört.

Räuber der Nordsee von Shem Phillips, Schwerkraft Verlag, 2-4 Spieler, ca. 45 Euro.

„Terraforming Mars“ – Besiedelung des roten Planeten

„Terraforming Mars“

„Terraforming Mars“

Foto: Schwerkraft Verlag
 

Das komplexeste Spiel. Es richtet sich an Kenner, die sich ein Spiel erarbeiten wollen. Wer das tut, wird  belohnt: mit einem fantastischen Strategiespiel mit ungewöhnlichem, aber gut umgesetztem Thema: der Besiedelung des Mars durch konkurrierende Konzerne, die sich zwar zu übertrumpfen versuchen, aber den Planeten gemeinsam bewohnbar machen. Tolles Aufbauspiel, aber zu kompliziert für eine Auszeichnung.

Terraforming Mars von Jacob Fryxelius, Schwerkraft Verlag, 1-5 Spieler, ca. 60 Euro.

„EXIT“ – Escape-Raum für das Wohnzimmer

„EXIT“.

„EXIT“.

Foto: Kosmos Verlag
 

Escape-Räume als Brettspiel sind die Innovation des Jahres und die „EXIT“-Reihe mit  sechs verschiedenen Räumen eines der besten Spiele überhaupt. Deshalb sollte die Serie ausgezeichnet werden. Die Spiele funktionieren wie ein realer Escape-Raum, in dem eine Gruppe Rätsel lösen muss, um zu entkommen. Beste Unterhaltung  und eine tolle Möglichkeit, aus einem drögen Spieleabend ein echtes Event zu machen.

EXIT von Inka und Markus Brand, Kosmos Verlag, 1-6 Spieler, je ca. 12 Euro.
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erstellt am 16.Jul.2017 | 14:57 Uhr

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