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"Verdammnis" : Spannende Stieg-Larsson-Verfilmung

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Auch auf der Leinwand setzt die Larsson-Geschichte ihren Erfolgskurs fort: "Verdammnis" ist eine rasante Kriminalgeschichte, die durch ihre hervorragende Hauptdarstellerin brilliert.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2010 | 05:39 Uhr

Diesmal geht es fast ausschließlich um sie. Selbst Morde und Menschenhandel bilden nur den Rahmen, den auszufüllen sie angetreten ist: Lisbeth Salander ist zurück. "Verdammnis" startet morgen in den deutschen Kinos, der zweite Teil der Thriller-Trilogie nach den Romanen des schwedischen Erfolgsautors Stieg Larsson. Und in ihm kehrt mit Lisbeth Salander (Noomi Rapace) die wohl kantigste Ermittlerin auf die Leinwand zurück, die Schweden je gesehen hat.
Lisbeth, die sich in die karibik abgesetzt hatte - frustriert trotz ihrer erfolgreichen Ermittlungen mit dem Journalisten Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) und steinreich nach ihrem genialen Hacker-Coup - kehrt nach Schweden zurück - nur um festzustellen, dass der Albtraum, den ihr bisheriges Leben darstellte, noch nicht zu Ende ist. Drei Morde geschehen: Ein Journalist, der mit Mikael Blomkvist an einer großen Story über Menschenhandel recherchierte, seine Freundin und auch Lisbeth Salanders Vormund, der Anwalt Bjurman (Peter Andersson), werden erschossen aufgefunden. Und die Tatwaffe trägt Lisbeths Fingerabdrücke.
Während Polizei und Medien eine Hetzjagd auf die Außenseiterin beginnen, taucht sie unter und startet ihre eigenen Ermittlungen. Wie ein Racheengel stellt sie denen nach, die ihr die Morde anhängen wollen. Nur Mikael Blomkvist glaubt an ihre Unschuld und macht sich auf die Suche - nach ihr und nach der Wahrheit. Was er dabei herausfindet, führt ihn immer tiefer in ihre Vergangenheit Lisbeths.
Und die bildet den eigentlichen Kern des Films: Die Düsternis der Geschichte Lisbeths, die sich nach und nach entfaltet, absorbiert alle anderen Handlungsstränge, lässt die anderen Hauptfiguren verblassen. Selbst das organisierte Verbrechen, das mit den Morden, Mädchenhandel und Zwangsprostitution agiert, wird fast zur Staffage. Lisbeth füllt die Leinwand aus.
Immerhin: Drehbuchautor Jonas Frykberg und Regisseur Daniel Alfredson haben die fast 800 Seiten starke Romanvorlage ordentlich entschlackt. Wo im Buch zahlreiche Nebenschauplätze eröffnet werden, die für den eigentlichen Plot unerheblich sind, treibt das Filmskript die Handlung straff voran.
Optisch wirkt "Verdammnis" ganz anders als der konsequent durchgestylte, farblich unterkühlte erste Teil. Ursprünglich sollte nur "Verblendung" auf die große Leinwand. "Verdammnis" und der letzte Teil, "Vergebung", waren für das Fernsehen konzipiert. Entsprechend sehen Ausstattung und Format aus. Der Spannung tut das jedoch keinen Abbruch.

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