Skandal bei den Royals : Spanisches Königshaus: Knast-Ehemann soll Prinzessin Christina betrogen haben

Author: EFE
epa05382888 Spanish Princess Cristina de Borbon (L), Spanish King Felipe VI's sister, and her husband Inaki Urdangarin (R), arrive to attend the last session of the trial in the so-called Noos case, in Palma de Mallorca, Majorca island, Spain, 22 June 2016. Princess Cristina and 16 other defendants attended the presentation of the final reports by three defending counsels and the defendants will able to speak for last time before the trial is ready for sentencing. EPA/CATI CLADERA ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Sogar als er ins Gefängnis musste, hielt die Prinzessin zu ihrem Ehemann – aber jetzt macht der Schwiegersohn von Juan Carlos I. wieder Negativ-Schlagzeilen. Auf einem Foto hält der Gatte von Prinzessin Cristina Händchen mit einer anderen Frau.

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21. Januar 2022, 07:30 Uhr

Sogar als er ins Gefängnis musste, hielt die Prinzessin zu ihrem Ehemann – aber jetzt macht der Schwiegersohn von Juan Carlos I. wieder Negativ-Schlagzeilen. Auf einem Foto hält der Gatte von Prinzessin Cristina Händchen mit einer anderen Frau.

Die Affären im spanischen Palast, in dem König Felipe VI. und Königin Letizia seit Jahren versuchen, den verblassenden Glanz der Krone wieder aufzupolieren, nehmen kein Ende. Nach mehreren Schmiergeldskandalen und Steuerbetrugsaffären wurde nun ein neuer Seitensprung bei den Royals bekannt.

Zeitung zeigt verräterische Fotos

Dieses Mal steht aber nicht Schürzenjäger Juan Carlos I., der 84 Jahre alte König im Ruhestand, im Mittelpunkt der Aufsehen erregenden Angelegenheit. Sondern sein 54-jähriger Schwiegersohn Iñaki Urdangarin, Ehemann von Prinzessin Cristina (56), der seiner langjährigen Angetrauten offenbar nun untreu geworden ist. Cristina ist die Schwester des amtierenden spanischen Königs Felipe.

Alles begann dieser Tage mit einem Exklusivfoto auf der Titelseite der spanischen Klatschzeitschrift „Lecturas“. Es war ein Foto, das in Spaniens Öffentlichkeit wie eine Bombe einschlug. Auf dem Bild sieht man, wie Urdangarin mit einer blonden Frau an der Hand und mit verliebtem Blick an einem Strand spazieren geht.

„Die Bilder sprechen für sich selbst“

Die Frau ist eindeutig nicht Cristina, mit der Urdangarin seit über zwei Jahrzehnten verheiratet ist und vier Kinder hat. Im Innenteil brachte die Wochenzeitschrift weitere unzweideutige Fotos von dem „romantischen Spaziergang“ in der untergehenden Sonne im Badeort Bidart, der an der französischen Atlantikküste liegt.

„Die Bilder sprechen für sich selbst“, schreibt das Wochenblatt. Und es merkt an, dass Urdangarin, der sein Privatleben normalerweise streng abschirmt, dieses Mal keine Anstalten machte, seinen idyllischen Liebesausflug ans Meer zu verbergen. „Sie verstecken sich nicht“, kommentiert „Lecturas“.

Ex-Nationalhandballer und Prinzessin galten lange Zeit als Traumpaar

Dieser Umstand wird als Beleg dafür gewertet, dass Urdangarin bewusst die Gelegenheit genutzt hat, um Spanien darauf vorzubereiten, dass es um seinen Bund mit Cristina nicht mehr zum Besten steht. Der Ex-Nationalhandballer und die Prinzessin hatten 1997 geheiratet und galten lange Zeit als Traumpaar.

Schon Stunden nach der Fotoenthüllung stellte sich Urdangarin den Reportern und ließ wenig Zweifel daran, dass er frisch verliebt ist. Auf die Frage, ob seine Ehe zerbrochen sei, teilte er kühl mit: „Das sind Dinge, die im Leben passieren können.“ Und:

Das ist ein Problem, über das ich mit meiner Familie sprechen werde. Iñaki Urdangarin

Die Familie und vor allem Christina, so schreiben spanische Medien, waren wohl schon über die Affäre informiert. Auch König Felipe soll Bescheid gewusst haben. Nur das spanische Volk fiel aus allen Wolken, als die Nachricht bekannt wurde. „Die große Überraschung Urdangarins“, titelte zum Beispiel die nationale Tageszeitung „La Vanguardia“.

Den Medienberichten zufolge begann Urdangarins Affäre bereits im vergangenen Sommer. Seine neue Auserwählte soll eine Angestellte in jenem Anwaltsbüro im nordspanischen Vitoria sein, in dem Urdangarin seit einigen Monaten arbeitet. 

Königstochter Cristina hielt zu ihrem gefallenen Ehemann

Die goldenen Zeiten dieses früheren spanischen Traumpaars aus dem 1,97 Meter großen Iñaki Urdangarin und der zweitältesten Tochter Juan Carlos’ sind freilich schon länger vorbei. Spätestens seit Urdangarin im Jahr 2018 wegen Steuerbetrugs, Unterschlagung, Rechtsbeugung und Korruption zu fünf Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt wurde, war der Ruf der beiden ziemlich angeknackst.

epa05354419 Husband of Spanish Princess Cristina, Inaki Urdangarin, attends a session of the trial at the Balearic Academy of Public Administration (EBAP) in the so-called Noos corruption case, in Palma de Mallorca, Balearic Islands, Spain, 10 June 2016. In the 55th session, conclusions on the Noos trial will be given by the six plaintiffs, the offenses will be described to each of the six defendants as well as the sentences demanded for each of them. Princess Cristina stands trial on charges of alleged collaboration in a tax fraud offence together with her husband, who is accused of embezzling over six million euros in public funds through a charity, the Noos Institute, which he ran from 2004 to 2006. EPA/CATI CLADERA / POOL EPA/CATI CLADERA / POOL ++ +++ dpa-Bildfunk +++
EFE POOL

epa05354419 Husband of Spanish Princess Cristina, Inaki Urdangarin, attends a session of the trial at the Balearic Academy of Public Administration (EBAP) in the so-called Noos corruption case, in Palma de Mallorca, Balearic Islands, Spain, 10 June 2016. In the 55th session, conclusions on the Noos trial will be given by the six plaintiffs, the offenses will be described to each of the six defendants as well as the sentences demanded for each of them. Princess Cristina stands trial on charges of alleged collaboration in a tax fraud offence together with her husband, who is accused of embezzling over six million euros in public funds through a charity, the Noos Institute, which he ran from 2004 to 2006. EPA/CATI CLADERA / POOL EPA/CATI CLADERA / POOL ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Auch Cristina saß damals auf der Anklagebank, beteuerte aber, von den unseriösen Geschäften ihres Mannes nichts gewusst zu haben. Ihm wurde unter anderem angelastet, seine Eigenschaft als Mitglied des Königshauses missbraucht zu haben, um sich mit öffentlichen Geldern zu bereichern. Sie wurde freigesprochen.

Schon vor Jahren wanderte die „Infanta“, wie die Prinzessin in Spanien genannt wird, mit ihren vier Kindern in das Schweizer Genf aus. Wohl auch, um aus dem Blick der Öffentlichkeit zu verschwinden, in der die Empörung über den Finanzskandal groß war. So groß, dass König Felipe sich damals gezwungen sah, seiner Schwester und Urdangarin den Adelstitel „Herzöge von Palma de Mallorca“ zu entziehen.

Juan Carlos bereits seit 2020 in Abu Dhabi

Urdangarin saß seit Sommer 2018 in einem Gefängnis in der spanischen Stadt Ávila seine Strafe ab. Schon nach knapp drei Jahren kam er jedoch wegen „guter Führung“ auf freien Fuß und befindet sich seitdem im offenen Strafvollzug. Die Freiheit nutzte er offenbar, um seinem Leben noch einmal eine unerwartete Wendung zu geben, die dem Königshaus jetzt neue und unerwünschte Schlagzeilen liefert.

Zugleich ist der Skandal um Felipes und Cristinas Vater, Altkönig Juan Carlos, noch nicht ausgestanden. Spaniens früherer königlicher Staatschef (1975-2014) hat sich ebenfalls der Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Korruption verdächtig gemacht. Die Ermittlungen sind aber noch nicht abgeschlossen.

Im Sommer 2020 hatte sich Juan Carlos wegen der wachsenden Vorwürfe nach Abu Dhabi abgesetzt. Dort befindet er sich übrigens ohne seine Ehefrau, Königin Sofía, von der er wegen seiner vielen außerehelichen Liebesabteuer schon viele Jahre getrennt lebt.

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