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Terrorangst in den Ferien : Sommerurlaub 2016: Spanien und Italien statt Türkei und Ägypten

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Krisen und Terrorangst setzen traditionellen Ferienländern wie der Türkei zu. In Spanien, Italien oder Portugal boomt dafür das Geschäft mit den schönsten Wochen des Jahres - aufs Reisen verzichten wollen die wenigsten.

Urlauberansturm in Spanien, Italien oder Portugal - Buchungseinbrüche bei Reisen in die Türkei, nach Ägypten und Tunesien: Die Sorge vor weiteren Terroranschlägen und politischen Turbulenzen verschiebt die Reiseströme. Viele Urlauber meiden langjährige Lieblingsziele wie die Türkei. Allein im Juni - also noch vor dem gescheiterten Putschversuch - besuchten nur 2,4 Millionen Ausländer das Land, knapp 41 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Andere Staaten profitieren davon, auch das Reiseland Deutschland.

Spanien

 

Das beliebteste Reiseziel der Bundesbürger erlebt einen regelrechten Boom. Selbst auf den Kanarischen Inseln - eigentlich ein klassisches Winter-Reiseziel - stehen die Zeichen auf Rekord. Das Kanarische Institut für Statistik (ISTAC) rechnet in diesem Jahr mit mehr als 14 Millionen Besuchern, nach 13,3 Millionen Urlaubern im Vorjahr. In der ersten Jahreshälfte 2016 kamen über sechs Millionen Reisende auf die Inseln im Atlantik, ein Plus von 13 Prozent.

Die Buchungen deutscher Urlauber in den stationären Reisebüros stiegen bis Ende Juni nach Angaben des Reiseverbandes DRV um 20 Prozent. Auf dem spanischen Festland legten sie um 11 Prozent zu, für Mallorca und Co. um 4 Prozent. Dass der Zuwachs für die Balearen nicht größer ausfällt, liegt daran, dass die Kapazitäten dort langsam ausgeschöpft sind. „Es ist ohnehin schon voll“, heißt es beim DRV.

Italien

 

Das Sehnsuchtsland vieler Deutscher ist 2016 auch bei den Italienern selbst sehr beliebt. Die Tourismusbranche rechnet mit einem Rekordsommer - auch wegen der gestiegenen Nachfrage aus dem eigenen Land. Nach Schätzungen des Hotelverbands Federalberghi wollen 33,3 Millionen italienische Touristen im Sommer Urlaub in Bella Italia machen, das sind 9,5 Prozent mehr als im Vorjahr. „Ich möchte weder zynisch zu sein noch mich über das Unglück anderer freuen, aber die Terroranschläge im Rest Europas und die weltweite Unsicherheit bringen uns viele Touristen“, sagte Federalberghi-Präsident Bernabò Bocca jüngst dem Online-Portal „ilfoglio.it“.

Bei den sonnenhungrigen Deutschen steht das Land ohnehin weit oben auf der Beliebtheitsskala - Rang zwei 2015, 10,8 Millionen Deutsche machten im vergangenen Jahr Urlaub zwischen Alpen und Adria. Die Zahl der Buchungen für Italien lag zuletzt um 3 Prozent über dem Vorjahr.

Griechenland, Bulgarien, Portugal

Schlangen am Geldautomaten, wütende Bürger – Volontärin Felicitas Mertin ist mit einem mulmigen Gefühl auf die Sonneninsel Kreta gereist. Am Ende war sie froh, mit den Menschen gesprochen zu haben.

Foto:Mertin

 

Auch hier boomt das Geschäft mit den schönsten Wochen des Jahres. Griechenland rechnet in diesem Jahr mit einem Rekord von bis zu 27 Millionen Touristen aus dem Ausland.

Bulgarien verzeichnet nach Angaben von Tourismusministerin Nikolina Angelkowa das stärkste Halbjahr seit zehn Jahren. Aus Deutschland kamen allein im Juni 62 Prozent mehr Urlauber als im Vorjahresmonat.

Für Portugal lag die Zahl der Buchungen sonnenhungriger Bundesbürger Ende Juni um 17 Prozent im Plus.

Deutschland

 

Die Bundesrepublik zählt zu den zehn beliebtesten Reisezielen weltweit - und zu den Lieblingszielen der Bundesbürger.

Bislang ist der Deutschland-Tourismus auf dem Weg zum siebten Rekordjahr in Folge. Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland trotz einer Delle im Juni um drei Prozent auf 199,2 Millionen im Vergleich zum Vorjahr.

Welche Folgen die Gewalttaten von Würzburg, München und Ansbach haben, lässt sich aus den Zahlen nicht ablesen. Sie ereigneten sich im Juli. Nach einer Studie des Forschungsinstituts IPK International lassen sich Reisende aus Asien und Osteuropa von aktuellen Geschehnissen am stärksten beeinflussen.

Vereinzelt berichteten Hotels zuletzt von sinkenden Buchungszahlen. „Gerade im Hinblick auf ausländische Buchungen spüren wir aktuell durchaus ein zögerliches Verhalten“, sagte der Hotelmanager des Westin Grand Hotels in Frankfurt, Michael Fritz, jüngst. Insgesamt sprechen große Hotelketten aber von stabilem Buchungsverhalten.

Bisher gebe es keine Hinweise auf Stornierungen von ausländischen Gästen, heißt es auch bei der Marketingorganisation für das Reiseland Deutschland, DZT.

 
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erstellt am 10.Aug.2016 | 11:58 Uhr

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