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Vermisste Mutter und Tochter aus Drage : Soko Schulze: Polizei sucht am Dienstag weiter in einem See in Buchholz

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Nach fast dreieinhalb Wochen hat die Polizei eine Spur zu der verschwundenen Familie aus Niedersachsen. Spürhunde führen die Ermittler zu einem See.

Holm-Seppensen | Im Fall der vermissten Mutter und Tochter aus Drage gibt es neue Hinweise. Einsatzkräfte der Polizei suchten Montagabend einen See in einem Ortsteil von Buchholz ab. Die Polizei setzt die Suche am Dienstag fort. Nach Angaben von Polizeisprecher Jan Krüger hatten Spürhunde die Fährten der immer noch vermissten 43 Jahre alten Frau und ihrer zwölf Jahre alten Tochter aufgenommen. „Sie führte über eine Waldweg und endete am Ufer“, sagte Krüger.

Die Polizei sucht nach der 43-jährigen Mutter und ihrer zwölfjährigen Tochter aus Drage, die seit Ferienbeginn vermisst werden. Die beiden könnten einer Familientragödie zum Opfer gefallen sein. Der Vater der Familie war Ende Juli bei Lauenburg tot aus der Elbe geborgen worden. Er hatte sich allem Anschein nach selbst getötet und sich einen 25 Kilo schweren Betonklotz an den Körper gebunden. Die Polizei schließt nicht aus, dass er vorher seine Frau und seine zwölfjährige Tochter umgebracht hat.

Eine Zeugin hatte sich nach der Ausstrahlung des Falls in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ in der vergangenen Woche gemeldet. „Ihre Beobachtungen haben uns zu dem Schluss kommen lassen, dass sie höchstwahrscheinlich die Familien am Tag des Verschwindens lebend gesehen hat“, sagte der Polizeisprecher.

Obwohl sich die Zeugin nicht auf einen genauen Tag habe festlegen können, gehen die Ermittler davon aus, dass sie die Familie am 22.Juli, dem letzten Schultag vor den Sommerferien in Niedersachsen, an dem See sah. Am 23. Juli wollen Zeugen den Vater am Morgen im Auto der Frau gesehen haben.

Die Hunde hätten die Fährte der Vermissten bis zum Ufer verfolgen können, sagte Krüger. Nun sollen die Spürhunde in Booten auf dem Wasser weitersuchen. Sollten sie anschlagen, stünden Polizeitaucher bereit, an dieser Stelle des Sees zu suchen.

Die Zeugin habe sich bereits in der ersten Woche des Verschwindens anonym bei der Polizei mit einer vagen Beobachtung gemeldet. „Der Hinweis war leider so vage, dass wir daraus nichts machen konnten“, sagte der Polizeisprecher.

Vermisste Familie aus Drage: Das ist geschehen

21. Juli (Dienstag): Die Familie besucht nach Angaben der Polizei gemeinsam einen Pferdehof in der Nähe von Drage.
22. Juli (Mittwoch): Letzter Schultag in Niedersachsen. Die Mutter wird das letzte Mal lebend gesehen, an ihrer Arbeitsstelle bei einem Discounter. Die Polizei geht davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt auch die Tochter noch lebt.


23. Juli (Donnerstag): Zeugen wollen den Vater am Morgen im Auto der Frau an der Elbe auf dem Weg von Stove nach Drage gesehen haben.
24. Juli (Freitag): Der Arbeitgeber der Frau ruft bei der Polizei an und meldet sie als vermisst. Beamte aus Winsen (Luhe) kommen, das Haus wird wenig später geöffnet.
25. Juli (Samstag): Die Polizei sucht mit Unterstützung der Feuerwehr in Drage weiter nach den Vermissten. Ein Hubschrauber steigt auf.
27. Juli (Montag): Die Polizei geht an die Öffentlichkeit, auch mit Fotos der drei Vermissten. Parallel wird auch mit Hunden gesucht.
28. Juli (Dienstag): Taucher suchen bei Drage an einer beliebten Badestelle nach den Vermissten.
30. Juli (Donnerstag): Eine Sonderkommission wird eingerichtet. Die Zahl der Ermittler wird von 15 auf 25 erhöht. In Winsen wird am Bahnhof das Herrenfahrrad des 41-Jährigen gefunden. Die Polizei richtet eine eigene Hotline für Hinweise ein.


31. Juli (Freitag): In Lauenburg wird ein Ertrunkener geborgen, es ist der vermisste Vater. Die Polizei schließt Fremdverschulden aus.
Noch in der Nacht finden Taucher der Feuerwehr ein Damenfahrrad aus dem Besitz der Familie im Fluss unter der Brücke, von der der 41-Jährige in die Elbe gesprungen sein soll. Rund 50 Polizisten und Feuerwehrleute sind im Einsatz.
1. August (Samstag): Polizeitaucher und ein Sonarboot suchen bei Lauenburg weiter nach der vermissten Frau und ihrer Tochter.
4. August (Dienstag): Die Taucher suchen erneut in der Elbe bei Drage nach der Frau und dem Kind. Mittlerweile sei die Vermutung einer Familientragödie relativ groß geworden, heißt es von der Polizei.
5. August (Mittwoch): Mehr als 100 Polizisten und sechs Leichenspürhunde durchsuchen das Deichvorland bei Drage. Weitere Suchmaßnahmen seien zunächst nicht geplant, heißt es danach - es gebe keine konkreten Anhaltspunkte.
12. August (Mittwoch): Die Polizei sucht in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ nach möglichen Zeugen.

17. August (Montag): Nach einem neuen Hinweis suchen Polizeitaucher am Nachmittag den Seppenser Mühlenteich in Buchholz in Niedersachsen ab.

20. August (Donnerstag): Die Suche in Holm-Seppensen wird ergebnislos eingestellt.

25. August (Dienstag): Die Sonderkommission wird auf drei Mitarbeiter reduziert, später auf einen.

19. Oktober (Montag): Taucher suchen ohne Erfolg die Elbe bei Hoopte ab.

2. November (Montag): Die Polizei sucht am Elbufer bei Geesthacht auf der schleswig-holsteinischen Seite, gefunden wird nichts.

März 2016: Die Sonderkommission wird endgültig aufgelöst.

Ende Mai 2016: Bei Radbruch sucht die Polizei mit Spürhunden, gefunden wird nichts.

29. Juni: 2016: Der Fall ist erneut Thema bei „Aktenzeichen XY ...ungelöst“. 40 Hinweise gehen ein, die von der Polizei ausgewertet werden.

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erstellt am 18.Aug.2015 | 09:30 Uhr

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