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Kriminalstatistik 2015 : So viele Wohnungseinbrüche wie nie

vom
Aus der Onlineredaktion

Bundesweit ist die Zahl der Einbrüche extrem gestiegen - mit 20 Prozent am stärksten in Hamburg.

shz.de von
erstellt am 30.Mär.2016 | 12:38 Uhr

Berlin | 20 Prozent mehr Wohnungseinbrüche in Hamburg, 18 Prozent in Nordrhein-Westfalen und gut 12 Prozent mehr in Schleswig-Holstein: Neue Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2015, die der „Welt“ vorliegen, beweisen, dass die Einbrüche im gesamten Bundesgebiet zugenommen haben. Mit insgesamt 167.136 Einbrüchen wurde 2015 ein Rekordwert erreicht - im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 9,9 Prozent. 2014 hatte die Polizei noch 152.123 Wohnungseinbrüche gezählt - das verrät der Blick in die Kriminalstatistik 2014.

Die gefühlte Sicherheit nimmt bei vielen Menschen ab - manche rüsten sich mit Pfefferspray und Co. auf oder gründen Bürgerwehren. Die Kriminalstatistik 2015 relativiert einiges, macht aber auch deutlich, wo Probleme liegen.

Offiziell will Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Zahlen im Mai in Berlin vorstellen. Einen Eindruck von der Zunahme der Fälle gibt diese Grafik:

 

In Schleswig-Holstein sind laut Kriminalstatistik 2015, die bereits Anfang März veröffentlicht wurde, 12,3 Prozent mehr Wohnungseinbrüche verübt worden. Insgesamt hat sich die Zahl der erfassten Gesamtdelikte im Vergleich zum Vorjahr allerdings kaum verändert. Es sind aber deutlich weniger schwere Straftaten verübt worden als 2014. Die Zahlen für Schleswig-Holstein kann man auf der Seite der Landespolizei nachlesen.

Die gestiegenen Einbruchszahlen in Hamburg über die Jahre verdeutlicht diese Grafik:

Bundesweit sind die Zahlen bei anderen Straftaten gestiegen - laut dem Bericht der „Welt“ um 4,1 Prozent auf 6,33 Millionen Fälle. Damit bleibe die Kriminalität über der sechs-Millionen-Grenze. Allerdings habe sich die Gesamtaufklärungsquote um 1,4 Prozent auf 56,3 Prozent verbessert.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) führt den Anstieg bei Wohnungseinbrüchen auf Personalabbau bei der Polizei zurück. „Die Polizei ist gezwungen, sich aus der Fläche zurückzuziehen. Deshalb hat die Polizei schon Reviere schließen müssen“, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek. Seit 2005 stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche laut GdP um rund 52 Prozent - durchschnittlich geschehe alle drei Minuten ein Einbruch.

„Wir brauchen dringend die Einrichtung eines Länderübergreifenden Vorgangsbearbeitungssystems, das recherchefähig sein muss“, sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt. Die Behörden müssten besser gegen kriminelle Banden vorgehen, die in mehreren Bundesländern aktiv seien.

Der Statistik zufolge habe es sich bei fast 40 Prozent aller Straftaten um Diebstähle gehandelt. Hohe Zuwachsraten seien etwa auch beim Laden- (+7,1 Prozent) und beim Taschendiebstahl (+7 Prozent) verzeichnet worden.

Aber: Die sexuellen Übergriffe an Silvester in Köln würden statistisch gesehen nicht dem Trend in der gesamten Republik entsprechen, schreibt die „Welt“: Bundesweit gab es weniger Fälle von sexueller Nötigung und Vergewaltigung.

Sie bewegt das Thema Einbruchskriminalität? Am Donnerstagabend zwischen 17.30 und 18.30 Uhr beantworten zwei Experten der Polizei ihre Fragen im Chat auf shz.de.

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