Polizei veröffentlicht Aufnahme : So schnell kann es gehen: Dashcam-Video zeigt Auffahrunfall auf A1

Nach dem Auffahrunfall auf der A1 klemmte der Auflader des Lkw in der Frontscheibe des Kleintransporters. Archivfoto: NWM-TV
Nach dem Auffahrunfall auf der A1 klemmte der Auflader des Lkw in der Frontscheibe des Kleintransporters. Archivfoto: NWM-TV

Ein kleiner Moment der Unaufmerksamkeit kann einen Verkehrsteilnehmer das Leben kosten. Wie schnell es zum Unfall kommen kann, zeigt ein Video, das die Polizei Osnabrück auf Twitter und Facebook veröffentlichte. Die Fahrerin des Unfallwagens hatte mehr Glück: Sie wurde nur leicht verletzt.

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18. September 2019, 08:12 Uhr

Osnabrück | Die Aufnahme vom 15. Juli dieses Jahres entstand auf der A1 zwischen Osnabrück-Nord und dem Parkplatz Hasetal in Richtung Münster. Es zeigt: Vor einer Baustelle hatte sich auf der rechten Spur der Verkehr gestaut. Ein Fahrer, der vor der Unfallfahrerin unterwegs gewesen war, wechselt mit seinem Skoda frühzeitig die Spur und zieht an dem Lkw vorbei.

Mit hohem Tempo in Lkw gekracht

Die Frau hingegen ist offenbar unachtsam. Das Video zeigt, wie sie sich mit ihrem Transporter auf der rechten Spur dem stehenden Lkw nähert.


Offenbar nahezu ungebremst kracht ihr Sprinter in das Heck des Lkw.

Archivfoto: NWM-TV
NWM-TV
Archivfoto: NWM-TV


Glück im Unglück: Die 45-Jährige wurde zwar in ihrem Auto eingeklemmt, aber letztlich nur leicht verletzt, sagt Nadine Kluge-Gornig, Sprecherin der Polizeidirektion Osnabrück. Die Feuerwehr Wallenhorst befreite die Frau aus dem Fahrzeug, nachdem sie Probleme bei der Anfahrt hatte: Durch die fehlende Rettungsgasse wurde sie der Polizei zufolge massiv behindert. Gegen einen Autofahrer erstattete die Polizei Anzeige.

45-Jährige erlaubt Veröffentlichung

Die Polizei bat die Fahrerin später, das Video veröffentlichen zu dürfen.

"Wir wollen damit für das Thema sensibilisieren und wachrütteln." Nadine Kluge-Gornig, Sprecherin der PD Osnabrück


Die Frau gab ihr Einverständnis, die Polizei veröffentliche das Video auf Twitter und Facebook. Wäre der 45-Jährigen Schlimmeres passiert, hätte die Polizei es nicht veröffentlicht, versichert Kluge-Gornig. Auf beiden Kanälen wurde es zigfach geteilt und kontrovers kommentiert.


Aufnahmen unerlaubt angefertigt

Dabei hätte die Fahrerin diese Aufnahmen nicht mit ihrer Kamera machen dürfen. Das permanente Filmen und Speichern des Verkehrs ist ohne konkreten Anlass aus Datenschutzgründen verboten. Daher sicherte die Polizei das Videomaterial. Der Verstoß ging an die Ordnungsbehörde – also an die Stadt Osnabrück oder den Landkreis.

Grundsätzlich sind Dashcams im Auto nicht verboten – sie dürfen eben nur nicht dauerhaft aufzeichnen. Der Bundesgerichtshof hatte im vergangenen Jahr sogar entschieden, dass die Aufnahmen dieser Minikameras als Beweismittel für Gericht zugelassen werden dürfen.

Kamera filmt tödlichen Unfall in Osnabrück

Im August 2018 hatte eine solche Dashcam bei der Aufklärung eines tödlichen Unfalls in Osnabrück beigetragen. Ein Lkw-Fahrer hatte im Oktober 2017 in Osnabrück-Hellern eine Radfahrerin beim Abbiegen übersehen und überrollt, sie starb.

An der Kreuzung erinnert ein sogenanntes Ghost Bike an die getötete Radfahrerin. Archivfoto: Michael Gründel
Michael Gründel
An der Kreuzung erinnert ein sogenanntes Ghost Bike an die getötete Radfahrerin. Archivfoto: Michael Gründel


Eine Kamera in einem Bus hinter dem Lkw hatte den Unfall aufgezeichnet. Das Landgericht ließ das Material zu.

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