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Bund der Steuerzahler : So lange werden Steuererklärungen bearbeitet - Hamburg ist am schnellsten

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Aus der Onlineredaktion

Von Bundesland zu Bundesland variiert die Bearbeitungsdauer bei Steuererklärungen. SH ist schneller geworden.

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2016 | 12:29 Uhr

Hamburg | Der Bund der Steuerzahler hat die Finanzverwaltungen der Länder bei der Bearbeitungsdauer von Steuererklärungen auf die Probe gestellt. Das Ergebnis: Die Hamburger arbeiten am schnellsten. Schleswig-Holstein rangiert im Mittelfeld vor Bayern. Im nördlichsten Bundesland hat sich die Bearbeitungszeit im Vergleich zum Vorjahr um etwas über eine Woche verbessert (-8,78 Tage). Mit am langsamsten bei der Bearbeitung ist Bremen.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hamburger Finanzverwaltung dürfen sich in Sachen Bearbeitungsdauer der Einkommensteuererklärungen heute gerne mal auf die Schulter klopfen. Der Unterschied zu vielen anderen Bundesländern sticht ins Auge“, sagte Lorenz Palte, Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler Hamburg e.V. „Nun gilt es, im Sinne der Hamburger Steuerzahler diesen Spitzenplatz zu behaupten und vielleicht sogar auszubauen. Wobei die Qualität der Bearbeitung natürlich immer im Vordergrund stehen muss.“

Zwar nutzen die Finanzämter für die Bearbeitung der Steuererklärungen die gleichen Computerprogramme, doch es dauert von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich lange, bis der Prozess abgeschlossen ist. Das zeigt die Tabelle:

Durchschnittliche Bearbeitungszeit von Arbeitnehmern (Stand: 31.12.2015)*

Rang Bundesland Dauer in Kalendertagen Änderung gegenüber dem Vorjahr
1 Hamburg 37,8 -1,4 Tage
2 Rheinland-Pfalz 38,5 +2,1 Tage
3 Brandenburg 40 -9,9 Tage
4 Sachsen-Anhalt 41 -3,8 Tage
5 Berlin 42 -3 Tage
6 Baden-Württemberg 43 +7 Tage
Sachsen 43 -2 Tage
7 Schleswig-Holstein 45,46 -8,78 Tage
8 Bayern 46,6 +0,5 Tage
9 Thüringen 47 +1 Tag
10 Mecklenburg-Vorpommern 52 +8 Tage
11 Saarland 53,2 -0,2 Tage
12 Niedersachsen 55 -1 Tage
13 Hessen 56,08 +0,39 Tage
14 Bremen 78,3 -9,4 Tage
15 Nordrhein-Westfalen 35-168 0

*Angaben von Bund der Steuerzahler

Bei den Angaben handelt es sich um Durchschnittswerte. Im Einzelfall hängt die Bearbeitungszeit von der Komplexität des Sachverhaltes, dem Umfang und der Vollständigkeit der Angaben und gegebenenfalls von erforderlichen Nachfragen beim Bürger ab. In einigen Bundesländern wie in Bremen und Niedersachsen erfolgt die Bearbeitung von Arbeitnehmerfällen im Bereich der sogenannten Überschusseinkünfte. Das heißt, dort werden beispielsweise auch Fälle mit Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung bearbeitet.

In Mecklenburg-Vorpommern gab es im Jahr 2015 eine Strukturreform. Aufgrund der Umstellungen kam es dort zu deutlich längeren Bearbeitungszeiten im Vergleich zum Jahr 2014 (+ 8 Tage). In Baden-Württemberg hat eine Änderung der Berechnungsmethode zu längeren Durchlaufzeiten geführt.

Für Nordrhein-Westfalen liegen keine Durchschnittszahlen vor, weil die dortige Finanzverwaltung diese nicht nennen wollte und eine Bearbeitungsdauer von fünf Wochen bis sechs Monaten angibt.

Der Bund der Steuerzähler weist auch daraufhin, dass Einkommensteuererklärungen grundsätzlich in der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet werden. Heißt: Wer früher abgibt, bekommt im Regelfall auch früher seinen Steuerbescheid.

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