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Jugendwort des Jahres 2015 : „Smombie“: Smartphone-Zombie ist das Jugendwort 2015

vom
Aus der Onlineredaktion

Mit „Alpha-Kevin“ wurde ein Favorit auf das Jugendwort des Jahres gestrichen – zu diskriminierend. „Smombie“ hat das Rennen gemacht.

shz.de von
erstellt am 13.Nov.2015 | 12:05 Uhr

München | Das Jugendwort des Jahres 2015 lautet „Smombie“. Langenscheidt teilte die Entscheidung der Jury am Freitag über Twitter mit. „Smombie“ ist der Begriff für Menschen, die auf der Straße nur auf ihr Smartphone starren. Es ist eine Zusammensetzung der Wörter Smartphone und Zombie. Auf dem zweiten Platz landete „Earthporn“, was so viel bedeutet wie „schöne Landschaft“.

Bis zum 31. Oktober konnte im Internet für einen von 30 Vorschlägen gestimmt werden. Erstmals wurde ein Wort nachträglich aus der Abstimmung entfernt. „Alpha-Kevin“ empfand Langenscheidt, verantwortlich für die Initiative, als zu diskriminierend. Dabei war das Wort im Voting schnell vorne. Es steht für eine Person, die dümmer ist als alle anderen. Nach wie vor leidet der Vorname unter dem Image, nur dumme Kinder würden ihn tragen. Es rückte das Wort „kirscheln“ (sich umarmen) nach.

Das „Jugendwort des Jahres“ wird seit 2008 jährlich bestimmt. Jugendliche werden jedes Jahr dazu aufgerufen, auf www.jugendwort.de ihre Lieblingswörter einzureichen und zu diskutieren. Die Aktion ist eine Initiative der Langenscheidt GmbH in Kooperation mit der Jugendzeitschrift Bravo, dem Radiosender BR Puls, der Jugendzeitung YAEZ, der ProSieben-Sendung taff, dem Bundesverband Junger Medienmacher „Jungendpresse“ und dem Kinderprojekt „Die Arche“.

Die zehn meistgewählten Wörter lagen seit dem Ende der Online-Abstimmung einer Jury vor, die das Gewinnerwort und die Plätze zwei bis fünf ermitteln sollte. In der Jury saßen neben Sprachexperten auch Jugendliche. Die Wörter wurden nach sprachlicher Kreativität, Originalität, Verbreitung des Wortes und nach gesellschaftlichen und kulturellen Ereignissen bewertet.

Zur Auswahl standen neben den gewählten Wörtern in diesem Jahr „merkeln“ (Nichtstun, keine Entscheidungen treffen, keine Äußerung von sich geben), „INOKLA“ (inoffizieller Klassensprecher) oder „rumoxidieren“ (chillen, entspannen). Abgeschlagen waren zu Beginn des Votings bereits Wörter wie „Discopumper“ (Trainiert nur dafür, um in der Disko gut auszusehen) und „shippen“ (eine Beziehung eingehen, relationship). Weitere Wörter im Voting waren Tinderella (eine weibliche Person, die exzessiv Online-Dating-Plattformen wie Tinder benutzt), Swaggetarier (Person, die nur aus Imagegründen vegetarisch lebt), bambus (cool, krass), Augentinitus (Das unangenehme Gefühl, von dummen Menschen umgeben zu sein), Eierfeile (Fahrrad), krimmen (Jemandem etwas wegnehmen, was man ihm vorher geschenkt hat, Bezug zur Krim-Krise), Haul (Großeinkauf, der in sozialen Netzwerken präsentiert wird), Maulpesto (übler Mundgeruch), Egoshoot (Selfie), Genussoptimierer (Koch), kompostieren (gammeln), lockerlich (klar, natürlich), gesichtspalmieren (etwas mega peinlich finden).

Die Jugendwörter der vergangenen Jahre:

2014 „Läuft bei dir!“ „Du hast es drauf!“
2013 Babo Boss, Anführer, Chef
2012 Yolo (You only live once) Aufforderung, eine Chance zu nutzen, Entschuldigung für falsches Verhalten
2011 Swag Lässig-coole Austrahlung
2010 Niveaulimbo Absinken des Niveaus, sinnlose Gespräche
2009 hartzen Arbeitslos sein, rumhängen
2008 Gammelfleischparty Ü30-Party

 

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