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Panorama

24. September 2017 | 14:08 Uhr

Smartphone und Süßes

vom

Deutsche Kindern konnten in 2012 fast fünf Milliarden Euro für den Konsum ausgeben

shz.de von
erstellt am 07.Aug.2013 | 03:59 Uhr

berlin | Smartphone? Ja, bitte! Wenn Deutschlands Schulkinder dürften, wie sie wollten, wäre die Zahl ihrer Handys wohl noch höher. Jeder zweite Schüler zwischen sechs und 13 Jahren hat heute ein Handy. 2013 stieg die Zahl der Schulkinder mit sogar eigenem Smartphone auf immerhin 13 Prozent deutlich an. Andere dürfen sich solche internetfähigen Handys oder Tablet-Computer der den Eltern ausleihen. "Mittlerweile können insgesamt 30 Prozent der Kinder mobile Endgeräte nutzen", sagte Ingo Höhn, Geschäftsführer des Egmont Ehapa Verlages, in Berlin. Dort wurde gestern die 21. KidsVerbraucherAnalyse vorgestellt. Die Studie basiert auf 1645 Doppel-Interviews von Kindern und Eltern.

Computer- und Internetnutzung vom heimischen Stand-PC aus - das ist für mittlerweile etwa drei Viertel der Schulkinder seit Jahren Standard. Höhn spricht von einer "Sättigung auf hohem Niveau". Zuwächse gibt es aber bei der Intensität der Online-Nutzung: Jeder zweite zehn- bis 13-Jährige ist mittlerweile so gut wie jeden Tag im Netz und fast drei Viertel der Sechs- bis Neunjährigen mindestens mehrmals die Woche. Mailen, Musik hören und in Schüler-Communities unterwegs sein, das sind die Hauptanliegen, gefolgt von Infos für die Schule sammeln und spielen. Stabil bleibt auch der Besitz so genannter Handhelds: 57 Prozent der Schulkinder haben eine eigene Mini-Spielstation.

Doch neben den Online- und PC-Aktivitäten stehen auch Printmedien und verstärkt wieder Spielwaren hoch im Kurs, so die Studie. "Das Interesse an klassischem Spielzeug hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, vor allem bei den Jüngeren", berichtet Ralf Bauer von der Marktforschung des Verlages. Vor allem Brettspiele stehen auf den Wunschzetteln (40 Prozent), sowie Kartenspiele, Spielkästen wie Playmobil oder Lego und Puzzles.

Und auch zu Büchern und Zeitschriften greifen die Kinder weiterhin gerne. Vier von fünf Schulkindern schmökern darin laut Studie mindestens einmal pro Woche. Jeder zehnte hat schon mal ein E-Book gelesen. Vom Verdrängen der Printmedien könne keine Rede sein, sagte Höhn. "Allerdings läuft vieles auch parallel ab und es gibt insgesamt weniger medienfreie Zeit."

Bei all dem lassen die Erwachsenen ihren Sprösslingen relativ viel Entscheidungsfreiheit: Zwar werden Computer- und Internetaktivitäten stärker kontrolliert, aber bei Neuanschaffungen vom Turnschuh bis zum Schulranzen haben sämtliche Kinder meist volles (Mit-) Stimmrecht. Und auch in Sachen Freizeitgestaltung zählt ihre Meinung. Neun von zehn Schulkindern dürfen mitbestimmen darüber, was die Familie am Wochenende unternimmt und vier von fünf können über ihr Taschengeld völlig frei verfügen.

Und das ist ein Brocken: Etwa 330 Euro Taschengeld, ergänzt durch finanzielle Belohnungen, stehen jedem Schulkind im Schnitt zur Verfügung. Hochgerechnet auf die 5,9 Millionen Sechs- bis 13-Jährigen in Deutschland macht das knapp 1,9 Milliarden Euro. Das Gros davon wird in Süßigkeiten und Zeitschriften investiert. Hinzu kommen noch Geldgeschenke etwa zum Geburtstag sowie Sparguthaben, was sich auf weitere drei Milliarden Euro beläuft. Dennoch: "Die größeren Wünsche, wie Spielsachen, werden dann gerne wieder den Großen abgeluchst", sagt Bauer.

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