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Insektizid Fipronil : Skandal um Gifteier aus den Niederlanden weitet sich aus

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Bisher sind die Eier von fünf deutschen Betriebe mit dem Insektenvernichtungsmittel verseucht.

Utrecht/Hannover | Seit dem bekannt wurde, dass verseuchte Eier aus den Niederlanden auch in Deutschland zu finden sind, weitet sich der Skandal immer weiter aus. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium teilte am Mittwoch in Hannover mit, dass das giftige Insektizid Fipronil auch in mindestens fünf deutschen Betrieben benutzt worden war. In den Niederlanden wurde Fipronil in den Eiern von weiteren 17 Geflügelbetrieben nachgewiesen. Damit gelten nun Eier mit 27 Prüfnummern als gesundheitsschädlich.

Auch wenn der Eier-Skandal immer weitere Kreise zieht und nach den Niederlanden auch immer mehr Betriebe in Deutschland betroffen sind, müssen sich die Verbraucher in Schleswig-Holstein bisher keine Sorgen machen. Zunächst sind keine Betriebe in unserem Bundesland betroffen.

Dennoch erwarten die Experten, dass die Zahl der betroffenen Betriebe noch weiter steigen werde, da noch nicht alle Testergebnisse der 180 gesperrten Betriebe vorlagen.

<p>Hunderttausende Eier aus den Niederlanden sind bereits in NRW zurückgerufen worden, nun zieht der Skandal um belastete Eier weitere Kreise.</p>

Hunderttausende Eier aus den Niederlanden sind bereits in NRW zurückgerufen worden, nun zieht der Skandal um belastete Eier weitere Kreise.

Foto: dpa

Zunächst waren bei einem Betrieb in der niedersächsischen Grafschaft Bentheim mit 40.000 Freilandlegehennen nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums Rückstände von Fipronil gefunden worden.

Vier weitere Betriebe, die Dega-16 erhalten hatten, wurden gesperrt. „Den Legehennenhaltern ist absolut kein Vorwurf zu machen. Hier war an anderer Stelle kriminelle Energie im Spiel“, sagte der Präsident der Deutschen Geflügelwirtschaft, Friedrich-Otto Ripke, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“  am Mittwoch.

Bisher sind Millionen mit dem Insektenvernichtungsmittel belastete Eier auch nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gelangt und wurden inzwischen aus dem Handel genommen. Die niederländische Lebensmittelaufsichtsbehörde NVWA untersucht nun auch Nahrungsmittel, die Eier enthalten wie Mayonnaise, Pasta oder Eis auf Spuren von Fipronil.

Die NVWA warnte die Verbraucher vor dem Verzehr von belasteten Eiern. Das Mittel könne in zu hoher Dosis Nieren, Leber und Schilddrüse schädigen. Dennoch schränkte die Behörde die allgemeine Warnung ein, nachdem der Verband der Geflügelzüchter protestiert hatte. Die betroffenen Betriebe erlitten durch die Affäre, laut Verband, bereits Verluste in Millionenhöhe.

Als Ursache für die vergifteten Eier gilt das Desinfektionsmittel Dega-16, mit dem Blutläuse bei Geflügel bekämpft werden sollen. Die 180 Betriebe sowie auch mindestens fünf niedersächsische Höfe hatten das Mittel von einem niederländischen Unternehmen in Barneveld bei Amersfoort bezogen.

Das auf ätherischen Ölen basierende Mittel war mit dem für Nahrungsmittel verbotenen Insektizid Fipronil vermischt worden. Dieses darf nicht in der Geflügelzucht verwendet werden. Die belgische Staatsanwaltschaft vermutet, dass ein belgischer Händler Fipronil beigemischt hatte. 

Bis jetzt ist unklar, ob oder wie weit der niederländische Reinigungsbetrieb von dieser Verunreinigung wusste. Das Unternehmen in Barneveld reagierte bislang nicht. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an.

 

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erstellt am 02.Aug.2017 | 18:14 Uhr

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