Oscars 2018 : „Shape of Water“ ist der große Gewinner – ein Oscar geht nach Deutschland

„Bester Film“: Regisseur Guillermo del Toro und seine Crew bei der Auszeichnung von „Shape of Water“.

„Bester Film“: Regisseur Guillermo del Toro und seine Crew bei der Auszeichnung von „Shape of Water“.

Vier Oscars gewinnt „Shape of Water“. Für visuelle Effekte wird ein deutscher Film ausgezeichnet. Der Überblick.

Avatar_shz von
05. März 2018, 08:29 Uhr

Los Angeles | Das fantasievolle Kinomärchen „Shape of Water - Das Flüstern des Wassers“ ist mit vier Oscars ausgezeichnet worden. Das Werk des mexikanischen Regisseurs Guillermo del Toro gewann die Trophäen als bester Film und für die beste Regie. Außerdem gab es Preise für die Filmmusik und das Produktionsdesign.

Zwei Schauspieler-Auszeichnungen gingen an die Tragikomödie „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“. Die 60-jährige Frances McDormand wurde für ihre Rolle als kämpferische Mutter nach der Ermordung ihrer Tochter für die beste Hauptrolle geehrt – zum zweiten Mal nach 1997, als sie mit „Fargo“ gewann. Ihr Filmkollege Sam Rockwell (49) bekam den Oscar für seine Nebenrolle als rassistischer Kleinstadtpolizist.

Frances McDormand gewann den Oscar als beste Hauptdarstellerin für den Film „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“.
dpa

Frances McDormand gewann den Oscar als beste Hauptdarstellerin für den Film „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“.

 

Regisseur und Autor Jordan Peele schrieb Oscar-Geschichte: Mit seiner Horror-Komödie „Get Out“ gewann er als erster Afro-Amerikaner den Preis für das beste Original-Drehbuch.

Jordan Peele schreibt als Afro-Amerikaner Oscar-Geschichte.
dpa

Jordan Peele schreibt als Afro-Amerikaner Oscar-Geschichte.

 

Der Brite Gary Oldman wurde für seine Verkörperung des britischen Premierministers Winston Churchill in „Die dunkelste Stunde“ mit dem Hauptdarsteller-Oscar ausgezeichnet. Das Historiendrama erhielt auch eine Auszeichnung in der Kategorie Make-up/Frisur. Beste Nebendarstellerin wurde Allison Janney – im Drama „I, Tonya“ spielt sie die ehrgeizige Mutter der Eiskunstläuferin Tonya Harding.

Von den mehrfachen deutschen Oscar-Hoffnungen erfüllte sich nur eine: Gerd Nefzer aus Schwäbisch Hall, der in der Filmschmiede Potsdam-Babelsberg arbeitet, erhielt die Trophäe für die besten visuellen Effekte. Der 52-Jährige wurde mit drei Kollegen für die Arbeit an „Blade Runner 2049“ ausgezeichnet – der Science-Fiction-Film wurde außerdem für die beste Kamera geehrt. Weitere deutsche Oscar-Hoffnungen wurden enttäuscht. In der Kategorie „Live-Action-Kurzfilm“ war auch die Lübeckerin Katja Benrath für ihren Film „Watu Wote – All of us“ nominiert.

Richard R. Hoover (l-r), Paul Lambert, John Nelson und Gerd Nefzernehmen nehmen den Oscar für die besten visuellen Effekte für den Film „Blade Runner 2049“ entgegen.
dpa

Richard R. Hoover (l-r), Paul Lambert, John Nelson und Gerd Nefzernehmen nehmen den Oscar für die besten visuellen Effekte für den Film „Blade Runner 2049“ entgegen.

 

Moderator Jimmy Kimmel hatte die Gala mit zahlreichen Spitzen zum Missbrauchsskandal in Hollywood eröffnet. „Oscar ist derzeit der beliebteste und am meisten respektierte Mann“, sagte der 50-Jährige in der Nacht zu Montag und ergänzte: „Er hält seine Hände dort, wo man sie sehen kann.“ Er sei nie unflätig, und am wichtigsten: „Kein Penis.“ „Das ist ein Mann, von dem wir mehr in dieser Stadt brauchen.“ Kimmel spielte damit auf die Missbrauchsvorwürfe gegen Produzent Harvey Weinstein und weitere Männer im Filmgeschäft an.

In den technischen Kategorien räumte das Kriegsdrama „Dunkirk“ drei Oscars ab (Tonmischung, Tonschnitt, Filmschnitt). Je einen Oscar bekamen das Gesellschaftsdrama „Der seidene Faden“ (Kostümdesign) und das Liebesdrama „Call Me By Your Name“ (adaptiertes Drehbuch). Der Zeichentrickfilm „Coco“ holte zwei Trophäen: als bester Animationsfilm und für den besten Filmsong.

Der Auslands-Oscar ging in diesem Jahr nach Chile an Sebastián Lelio mit seinem Film „Eine fantastische Frau“. Beste Dokumentation wurde „Icarus“ von Bryan Fogel und Dan Cogan über die russischen Doping-Machenschaften der vergangenen Jahre.

Die Gewinner der 24 Kategorien im Überblick:

Bester Film

„Shape of Water - Das Flüstern des Wassers“

Regie

Guillermo del Toro für „Shape of Water - Das Flüstern des Wassers“

Hauptdarsteller

Gary Oldman für „Die dunkelste Stunde“

Hauptdarstellerin

Frances McDormand für „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“

Nebendarstellerin

 Allison Janney für „I, Tonya“

Nebendarsteller

Sam Rockwell für „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Nicht-englischsprachiger Film

„Eine fantastische Frau“ von Sebastián Lelio

Kamera

Roger A. Deakins für „Blade Runner 2049“

Original-Drehbuch

Jordan Peele für „Get Out“

Adaptiertes Drehbuch

James Ivory für „Call Me by Your Name“

Schnitt

Lee Smith für „Dunkirk“

Filmsong

 „Remember Me“ aus dem Film „Coco“

Filmmusik

Alexandre Desplat für „Shape of Water - Das Flüstern des Wassers“

Produktionsdesign

Paul Denham Austerberry (Production Design); Shane Vieau und Jeffrey A. Melvin (Set Decoration) für „Shape of Water - Das Flüstern des Wassers“

Tonschnitt

Richard King und Alex Gibson für „Dunkirk“

Tonmischung “

Gregg Landaker, Gary A. Rizzo und Mark Weingarten für „Dunkirk

Visuelle Effekte

Gerd Nefzer, John Nelson, Paul Lambert und Richard R. Hoover für „Blade Runner 2049“

Animationsfilm

„Coco“ von Lee Unkrich

Animations-Kurzfilm

„Dear Basketball“ von Glen Keane

Dokumentarfilm

„Icarus“ von Bryan Fogel

Dokumentar-Kurzfilm

„Heaven Is a Traffic Jam on the 405“ von Frank Stiefel

Make-up/Frisur

Kazuhiro Tsuji, David Malinowski und Lucy Sibbick für „Die dunkelste Stunde“

Kostümdesign

Mark Bridges für „Der seidene Faden“

Kurzfilm

„Silent Child“ von Chris Overton

 
zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen