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Artur top, Beate und Ingo flop : „Schwiegertochter gesucht“: Gewinner und Verlierer der Staffel

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Die Jubiläumsstaffel von „Schwiegertochter gesucht“ ist vorbei. Zeit auf die vergangenen Folgen zurückzublicken.

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2016 | 08:31 Uhr

Wer zählt zu den Gewinnern der Staffel, wer zu den Verlierern?

Die Gewinner:

Artur und Silvia:

Die Jubiläumsstaffel wird wohl nicht als diejenige Staffel in die Geschichte von „Schwiegertochter gesucht“ eingehen, in der sich die meisten Paare gefunden haben. RTL und die Kandidaten haben dieses Mal kein glückliches Händchen bewiesen, wenn es darum ging, geeignete Partner auszuwählen. Doch Artur und Silvia haben definitiv das Zeug dazu, es länger miteinander auszuhalten. Mit seinem Macho-Charme hat es Artur geschafft, das Herz der Gräfin zu gewinnen. Silvia könnte sich als der große Glücksfall für den Kaufmann herausstellen – auch in einer anderen Hinsicht. Vor einigen Monaten wurde in den Medien kolportiert, dass der liebe Artur einen Sack voller Schulden hat. Wer könnte ihm da besser aushelfen als eine blaublütige Dame an seiner Seite, die sogar ein Schloss ihr Eigen nennt.

Siggi und Elke:

Hach, ja: Manchmal vergisst man als Zuschauer, worum es eigentlich bei „Schwiegertochter gesucht“ gehen sollte: die Liebe. Dass RTL in den letzten Folgen mit Siggi und Elke ein Pärchen aus einer früheren Staffel dabei präsentiert, wie sie ihre Hochzeit vorbereiten, soll wohl über die verkorksten Kuppel-Versuche in der Jubiläumsstaffel hinwegtäuschen. Jedenfalls kann man anhand von Siggi und Elke sehen, dass die Sendung auch Liebes-Erfolge vorweisen kann – wenn auch nur wenige.

Lutz und Stups:

Die beiden Rheinländer wurden zwar nicht durch „Schwiegertochter gesucht“ zusammengebracht, doch sie sind die heimlichen Stars der Sendung. Sie sind sozusagen der Gegenentwurf zu ihrem Sprössling, dem tollpatschigen Ingo. Die Produzenten der Show sollten auch deshalb darum bedacht sein, dass Ingo keine passende Partnerin findet, um nicht ihre (nach Beate und Irene) wichtigsten Zugpferde zu verlieren. In der letzten Folge der Staffel werden die beiden präsentiert, wie sie ihr Ehegelübde erneuern wollen. Angesichts dieser glühenden Romantik wird glatt vergessen, dass Ingo – wen hat es wirklich überrascht – wieder keine Freundin findet.

Die Verlierer:

Irene:

Strategiewechsel bei RTL? In den vergangenen Staffeln wurden Beate und ihre Mutter Irene stets als eine Einheit, als ein Duo, dass durch dick und dünn geht, dargestellt. Doch nun kriselt es bei den beiden. Klammert Mutter Irene zu sehr? Lässt sie nicht zu, dass ihre Tochter mit fast Mitte 30 immer noch nicht auszieht und auf eigenen Beinen steht? Zockt sie potenzielle Schwiegersöhne ab, indem sie ihnen Geld abknöpft, wenn sie bei der Familie Fischer unterkommen? Die Vorwürfe, die gegen Irene während der Staffel erhoben wurden, wiegen schwer. Sie wird nun als die Schuldige für Beates Liebes-Misere identifiziert. RTL dürfte aber daran gelegen sein, die Wogen bald wieder zu glätten. „Schwiegertochter gesucht“ ohne das Duo? Unvorstellbar!

RTL:

Ungewohnt deutliche Kritik musste nicht nur Irene, sondern auch RTL einstecken. Und das sogar aus den Reihen der Darsteller. Als eine Folge kurzfristig wegen eines Formel-1-Rennens ausfallen musste, teilte Ingo gegen den Sender aus. Nachdem dieser sich kurze Zeit später entschuldigt hatte, legte seine Mutter nach. Als die letzte Folge der Staffel ausgestrahlt war, beschwerte sie sich auf Facebook, dass die Jubiläumsstaffel enttäuschend gewesen sei.

Beate:

Es hat schon wieder nicht geklappt. Allein schon die Tatsache, dass Beates erneutes Liebes-Aus im Staffelfinale nur am Rande abgehandelt wurde, verdeutlicht die Intention von RTL: Dem Sender geht nicht darum, die Junggesellin unter die Haube zu bringen. Der Erfolg einer Staffel steht und fällt mit der von ihm geschaffenen Kunstfigur. Und die kommt immer unsympathischer rüber. Bei der Parade an Männern, die um sie buhlen, ist es fast schon ein Wunder, dass sie sich überhaupt deren Namen merken kann. Wie sie die Junggesellen behandelt und sie sich von allen abschlecken lässt, wirft berechtigte Zweifel auf, ob es ihr tatsächlich um die wahre Liebe geht.

Ingo:

Was für Beate gilt, trifft auch auf Ingo zu. Sollte er längerfristig aus dem Single-Dasein befreit werden, wäre dies ein Todesstoß für die Sendung. Auch in der zehnten Staffel hat er nicht die große Liebe gefunden. Sowohl Michelle als auch Jessica verpassten ihm in der letzten Folge eine Abfuhr, die sich in den vergangenen Wochen bereits abgezeichnet hatte. Wirklich betrübt darüber scheint er aber nicht zu sein. Auch ihm dürfte bewusst sein, dass ihm als Single weiterhin die mediale Aufmerksamkeit durch RTL gewiss bleiben wird.

Prinz Mario-Max:

Gebe es einen Preis für den „peinlichsten Kandidaten“ der Staffel, Prinz Mario-Max wäre zweifellos der heißeste Anwärter darauf. Sollte er vor Beginn der Staffel das Ziel verfolgt haben, Sympathiepunkte bei den Zuschauern zu gewinnen, so ist er gnadenlos gescheitert. Mit seinen Protz-Anfällen mag er zwar seine Damen beeindruckt haben, bei den meisten Zuschauern dürfte der gegelte Adelige aber eher Würganfälle hervorgerufen haben. Seine Entscheidung, keine der zwei übrig gebliebenen Frauen auszuwählen, mag für diese anfangs ein Schock gewesen sein. Auf lange Sicht dürfte es sich für sie aber als Glücksfall herausstellen.

Tiere

Tierfreunde werden die diesjährige Staffel wohl mit Schrecken verfolgt haben. Das lag nicht nur daran, dass Sportschütze Ingo seine Auserwählte wegen deren (sicherlich übertriebene) Liebe zu ihrem Hund abgeschossen und aus seinem Hass Tieren gegenüber nie einen Hehl gemacht hat. Auch die Szene, als ein Elefant den beleibten Ingo tragen musste, dürfte Menschen, die um das Wohl von Tieren besorgt sind, bitter aufgestoßen sein. Nicht zu vergessen die Qualen, die zwei Pferde erleiden mussten, als sie dem schiefen Gesang von Mario für seine Angebetete Beate am thailändischen Strand lauschen mussten.

Die Liebe

Es mag zwar kitschig klingen, aber der ursprüngliche Sinn der Sendung liegt doch darin, Menschen, die es bislang nicht einfach hatten, die Chance auf die große Liebe zu ermöglichen. Doch davon fehlte auch in dieser Staffel wieder jede Spur. In jeder Staffel zeigt sich deutlicher, welchen Zweck die Sendung mittlerweile verfolgt: Menschen, die es bislang nicht einfach hatten, der Lächerlichkeit preiszugeben.

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