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Mindestens 18 Tote : Schwerer Schneesturm wütet an US-Ostküste

vom

So viel Schnee ist der Osten der USA um Washington nicht gewöhnt. Im Gebiet des Sturms lebt fast jeder vierte US-Amerikaner. Der Winter kommt mit Macht.

shz.de von
erstellt am 24.Jan.2016 | 12:00 Uhr

Washington | Einer der härtesten Schneestürme seit vielen Jahren hat an der Ostküste der USA das öffentliche Leben lahmgelegt. Mancherorts schneite es am Wochenende knapp einen Meter. Es gab fast 20 Tote, mehr als 6000 Flüge wurden abgesagt und über 220.000 Menschen waren ohne Strom. Vielerorts wurden historische Schneehöhen erreicht. Der Schnee fiel seit Freitag fast 36 Stunden, heftige Winde machten den Sturm auch in Washington DC zu einem Blizzard. Dort gehörte „Snowzilla“ zu den Top Fünf der schlimmsten Schneestürme. Die Aufräumarbeiten werden Tage dauern.

Selten sind die Straßen in Washington so leer: Wegen eines Blizzards waren Anwohner an der Ostküste dazu angehalten, zu Hause zu bleiben. 61 Zentimeter Schnee werden erwartet.

Selten sind die Straßen in Washington so leer: Wegen eines Blizzards waren Anwohner an der Ostküste dazu angehalten, zu Hause zu bleiben. 61 Zentimeter Schnee werden erwartet.

Foto: dpa

Nach Angaben der „Washington Post“ kamen an der Ostküste mindestens 18 Menschen in Folge des Wetters ums Leben - einige von ihnen beim Schneeschaufeln wegen Herz-Kreislauf-Problemen. 2200 Nationalgardisten waren im Einsatz. Es gab mehrere Tausend Verkehrsunfälle. Elf Bundesstaaten und die Hauptstadt riefen den Notstand aus. Es gab im gesamten Gebiet für mehr als 220.000 Menschen Stromausfälle - das ist angesichts des fast komplett aus Überland-Leitungen bestehenden Netzes eher wenig. Der Sturm führte in einigen Küstengebieten zu Überflutungen.

Besonders heftig traf es auch New York. Dort war der Schneesturm laut „New York Times“ der zweistärkste seit 1869. Es wurden 68 Zentimeter Schnee gemessen, nur 3 Millimeter unter dem Rekord. Für die Weltstadt, Long Island sowie Brücken und Tunnel von und nach New Jersey hob Gouverneur Andrew Cuomo am Sonntag das Fahrverbot wieder auf.

Auch Züge, Busse und U-Bahnen auf Strecken mit oberirdischen Gleisen fuhren ab dem Morgen wieder regulär. Rund 2300 Räum- und Streufahrzeuge waren im Einsatz. In und um Washington DC war der gesamte öffentliche Nahverkehr mindestens bis Sonntagabend eingestellt. Die mehr als 6000 Flugannullierungen am Samstag und Sonntag galten nach Angaben der Website „Flightaware.com“ für alle Flughäfen der Ostküste.

Der Schneesturm führte am Samstag auch zu Absagen von Spielen der Basketballliga NBA und aller Broadway-Shows und wirbelte die Reisepläne hochrangiger Kabinettsmitglieder durcheinander. Die Menschen in den betroffenen Staaten waren gebeten, auch am Sonntag die Straßen zu meiden, um den Aufräumarbeiten nicht im Weg zu sein. Abseits der Hauptstraßen beginnen Schneepflüge vielerorts erst am Montag mit dem Räumen.

Zu den heftigen Schneefällen kamen insbesondere in den küstennahen Gebieten schwere Stürme mit extrem schlechter Sicht. So wurden für weite Regionen mit insgesamt 30 Millionen Einwohnern Blizzard-Warnungen ausgegeben, elf Bundesstaaten von Georgia bis New York sowie die Stadt Washington riefen den Notstand aus. In New Jersey peitschten Sturmböen außerdem hohe Wellen an Land, und es kam zu Überschwemmungen.

Die Schneefront hatte sich am Freitag von Georgia über Kentucky und North Carolina nordwärts ausgebreitet, in zahlreichen Gebieten musste sich die Bevölkerung auf 36 Stunden ununterbrochenen Schneewirbel einstellen. So wurden in Washington bereits am Samstagmorgen bis zu 40 Zentimeter Schnee gemessen. Regierungsbehörden und Schulen hatten bereits am Freitag geschlossen. Auch der öffentliche Nahverkehr im Großraum Washington wurde bis Sonntag eingestellt - das hatte es in dieser Form bisher noch nicht gegeben. In Washington setzten bereite viele Stunden vor Einsetzen des Winterwetters regelrechte Hamsterkäufe ein. In Supermärkten waren Brot, Milch und Wasser vielerorts Mangelware.

Nach der Misere von Freitag und Samstag wurde für Sonntag strahlender Sonnenschein bei Minusgraden vorausgesagt: ideales Wetter für Wintersportler, Familien und Ausflügler

 

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