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Connewitz und Südvorstadt : Schwere Krawalle bei Neonazi-Demo in Leipzig

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Es fliegen Steine, Flaschen und Pyrotechnik, die Polizei setzt Tränengas ein. Eine rechte Demo hat linke Gegendemonstranten auf den Plan gerufen.

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2015 | 16:45 Uhr

Leipzig | Am Rande einer Neonazi-Demonstration in Leipzig ist es zu schweren Ausschreitungen zwischen linken Gegendemonstranten und der Polizei gekommen. Vermummte warfen Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper, die Beamten gingen mit Wasserwerfern und Reizgas gegen die Krawallmacher vor. Nach Angaben einer Polizeisprecherin wurden Polizisten aus einer Menge von etwa 1000 Menschen heraus „massiv“ angegriffen. Es habe Verletzte gegeben. Die Polizei nahm mehrere Menschen in Gewahrsam.

Die angemeldete Neonazi-Demo in der Leipziger Südvorstadt und in Connewitz ist provokant, gilt gerade der Stadtteil Connewitz als Hochburg der linken Szene. 

Ein dpa-Fotograf berichtete von eingeschlagenen Schaufensterscheiben und einer demolierten Bushaltestelle. Mülltonnen brannten. Die Polizei sprach von einer bedrohlichen Stimmung in der Leipziger Südvorstadt. Glascontainer seien umgeworfen worden. Das Gewaltpotenzial sei hoch.

In der Südvorstadt gab es am Nachmittag eine Demonstration von Rechtsextremisten. Dazu seien weit weniger Teilnehmer gekommen als die angemeldeten 200, so die Polizei. Ursprünglich wollten die Neonazis durch den eher links-alternativ geprägten Stadtteil Connewitz marschieren. Dies wurde vom Ordnungsamt verweigert, weil dort ein Weihnachtskonzert und ein alternativer Weihnachtsmarkt stattfanden. Außerdem waren mehrere Gegenveranstaltungen angemeldet. Die Polizei war mit einem Großaufgebot und Verstärkung aus anderen Bundesländern vor Ort.

Der gegen Rechtsextremismus engagierte Jenaer Stadtjugendpfarrer Lothar König ist am Rande der Demo in Gewahrsam genommen worden. Er hatte auf einer linken Gegendemo von seinem Lautsprecherwagen aus gesprochen. Die Polizei teilte mit, ihm werde unter anderem Landfriedensbruch vorgeworfen und bestätigte damit Medienberichte. Außerdem habe er sich Beamten widersetzt. Weitere Einzelheiten nannte die Polizei noch nicht. König nimmt regelmäßig mit Mitgliedern seiner Jungen Gemeinde an Demonstrationen teil. 2011 soll er in Dresden bei einer Demo gegen Neonazis zu Gewalt gegen Polizisten aufgerufen haben, was er stets bestritt.

Bereits am frühen Samstagmorgen hatten Unbekannte in Leipzig mehrere Brände gelegt. Ebenfalls in den Stadtteilen Südvorstadt und Connewitz brannten an mehreren Stellen Autoreifen sowie Container, wie eine Polizeisprecherin sagte. Außerdem sei auf einem Fabrikdach ein Lagerfeuer entzündet worden. Einen Zusammenhang mit der angemeldeten Demonstrationen der Partei „Die Rechte“ konnte laut Polizei nicht ausgeschlossen werden.

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