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Schweinswale erobern die Elbe zurück

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erstellt am 02.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Hamburg | "Da ist einer: Direkt auf 12 Uhr, hundert Meter vor uns." Die Stimme von Veit Hennig klingt aufgeregt. Seit über einer Stunde schon kurvt der Biologe vom Zoologischen Institut der Universität Hamburg mit einem Schlauchboot auf der Elbe herum. Gemeinsam mit seiner Kollegin Denise Wenger von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine sucht er vor Hamburg-Teufelsbrück nach Schweinswalen. Die beiden Naturwissenschaftler wollen erforschen, was die Meeressäuger zwischen Anfang März und Mitte Juni in die dicht befahrene Elbe treibt.

Eins ist sicher: Der Schweinswal "verirrt" sich nicht in Norddeutschlands Flüsse, sagt Wenger: "Es ist eine Rückeroberung seines ursprünglichen Lebensraumes." Noch vor hundert Jahren tummelten sich die Meeressäuger in der Weser bis südlich von Bremen und in der Elbe sogar bis hinauf nach Magdeburg.

Durch Jagd und Umweltverschmutzung waren die Schweinswale Mitte des vergangenen Jahrhunderts aus den Flüssen und Teilen der Nordsee verschwunden. Doch mittlerweile ist die Jagd auf sie verboten. Da das Wasser in den vergangenen 20 Jahren deutlich sauberer geworden ist, siedelten sich viele Fischarten wieder an und erholten sich auch zahlenmäßig. "Seit 2007 haben wir jedes Jahr Meldungen von Schweinswal-Sichtungen erhalten", erzählt Wenger.

"Offensichtlich hat es sich unter ihnen herum gesprochen, dass man jetzt wieder in die Elbe schwimmen und Futter finden kann", sagt sie.

Wenger und ihr Kollege Hennig wollen jetzt erforschen, wann und wo sich die Schweinswale in der Elbe aufhalten, wie viele unterwegs sind, was sie hier machen und welche Fischarten sie jagen. Darum halten derzeit 15 Studenten der Uni Hamburg Ausschau nach den Meeressäugern, ebenso die Besatzungen der Wasser- und Schifffahrtsämter.

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