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Schön, aber schädlich: Gefährliche Stoffe in Waren erkennen

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Köln/Brüssel (dpa/tmn) - Von Kleidung bis Spielwaren: Verbraucherschützer ziehen in Europa immer öfter gefährliche Produkte aus dem Verkehr. Sie enthalten verbotene Weichmacher und giftige Chemikalien. Wer darauf verzichten will, sollte auf seine Sinne setzen.

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erstellt am 24.Mai.2013 | 11:44 Uhr

Köln/Brüssel (dpa/tmn) - Von Kleidung bis Spielwaren: Verbraucherschützer ziehen in Europa immer öfter gefährliche Produkte aus dem Verkehr. Sie enthalten verbotene Weichmacher und giftige Chemikalien. Wer darauf verzichten will, sollte auf seine Sinne setzen.

Um schadstoffbelastete Kleidung und Spielwaren zu erkennen, kann es helfen, daran zu riechen. «Zum Beispiel können viele gummierte Teile verbotene Weichmacher enthalten, die Krebs auslösen und die Hormone beeinflussen können», erläutert Ralf Diekmann, Experte für Produktsicherheit beim TÜV Rheinland. «Es geht hier um einen starken Geruch, der nicht produkttypisch ist. Leder riecht nach Leder, aber riechen Gummistiefel über die Maße nach Gummi, empfehlen wir, darauf zu verzichten.»

Solche Kleidungsstücke sollten nicht dauerhaft mit dem Körper in Kontakt kommen. «Und was stinkt, gehört auch nicht ins Kinderzimmer», sagt Diekmann.

Verbraucherschützer finden in Europa immer öfter gesundheitsgefährdende Produkte. Prüfer des EU-Warnsystems «Rapex» haben dank besserer Kontrollen in vergangenen Jahr 26 Prozent mehr unsichere Produkte als im Vorjahr entdeckt. Ein Drittel der beanstandeten Waren waren Kleidungsstücke wie T-Shirts mit giftigen Chemikalien. 19 Prozent waren gefährliche Spielzeuge, heißt es in der am Donnerstag (16. Mai) in Brüssel vorgestellten Liste.

Besonders aufgefallen sind den «Rapex»-Experten in diesem Jahr Textilien und Spielzeugen mit Verletzungsgefahr - etwa durch Kordeln und Aufhängebändern an Kleidung. Oder Kinder verschlucken sich an den Spielsachen.

Eltern tasten die Gegenstände daher besser vor dem Kauf ab und prüfen die Verarbeitung. Dabei sollten sie darauf achten, ob es scharfe Kanten und Ecken gibt und ob sich etwa Knöpfe an einem Shirt oder Teile einer Puppe leicht lösen können. Aber der Experte rät: «Fragen Sie den Verkäufern, ob Sie ein verpacktes Produkt in die Hand nehmen dürfen. Denn machen Sie einfach die Verpackung auf, kann es sein, dass Sie es kaufen müssen.»

Um Gefahren durch Konsumgüter gleich aus dem Weg zu gehen, rät der Diekmann, nicht wahllos zu shoppen. Verbraucher sollten sich über die Anbieter informieren. «Sicher sind eigentlich große Handelshäuser und Hersteller, die über ein eigenes Qualitätssicherungssystem verfügen», sagt er. «Diese wollen kein schnelles Geschäft machen, sondern sind im einen guten Ruf bemüht. Daher suchen sie grundlegende Probleme an eigenen Produkten und verlangen auch Nachweise über die Sicherheit von den Fabriken.» Beim Internetkauf rät er ebenfalls, nicht bei anonymen Quellen zu bestellen.

An allen Waren müssen in Deutschland nicht nur die vollständigen Sicherheits- und Warnhinweise stehen. Sie müssen laut Diekmann auch in deutscher Sprache sein - ein weiterer Hinweis auf die Qualität. Und der Hersteller oder Importeur muss genannt werden.

«Idealerweise gibt es noch ein unabhängiges Prüfzeichen» sagt Diekmann. «Auf dem Markt hat sich das GS-Zeichen durchgesetzt. Das Besondere daran ist, dass das Produkt und der Hersteller geprüft werden - egal wo auf der Welt er sitzt.»

Weitere EU-Infos zu gefährlichen Waren

EU-Webseite zum Warnsystem Rapex (eng.)

«Rapex» ist eine Datenbank, mit der sich die EU-Staaten seit 2004 gegenseitig vor gefährlichen Produkten warnen. Das Warnsystem umfasst Konsumgüter mit Ausnahme von Lebensmitteln und Medikamenten. Rapex ist eine Abkürzung für «Rapid Alert System for Dangerous Non-Food Consumer Products». Neben den 27 EU-Staaten beteiligen sich auch Liechtenstein, Island und Norwegen an der Datenbank. Gefährliche Waren sollen dadurch schnell in ganz Europa vom Markt verschwinden. Über solche Maßnahmen entscheiden die Länder aber selbst.

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