Sabahiyat : Schminktipps bei häuslicher Gewalt – Empörung über marokkanischen Staatssender

Die Sendung Sabahiyat rät zu Make-Up, um die Spuren häuslicher Gewalt zu überdecken.

Die Sendung Sabahiyat rät zu Make-Up, um die Spuren häuslicher Gewalt zu überdecken.

Ganz lapidar wird im marokkanischen Fernsehen erklärt, wie man blaue Flecken mit etwas Make-up aus der Welt schafft.

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29. November 2016, 11:27 Uhr

„Wir hoffen, dass diese Schminktipps Ihnen dabei helfen werden, Ihr Alltagsleben fortzusetzen“, lächelt die Moderatorin in die Kamera. Was zuvor in der Sendung „Sabahiyat“ in Marokkos öffentlich-rechtlichen Sender M2 gezeigt wurde, sorgt für Entrüstung – nicht nur in Marokko.

Nach einem Bericht des „Guardian“ wurde im Beauty-Segment des täglichen Frühstücksfernsehens gezeigt, wie Frauen die Spuren häuslicher Gewalt ganz einfach wegschminken können. Eine lächelnde Visagistin demonstriert, untermalt von seichten Gitarrenklängen, an einem Model mit aufgeschminkten Veilchen, wie die Rötung mit Grüntönen am effektivsten unsichtbar gemacht wird. Der besagte Clip wurde inzwischen vom Sender gelöscht, auf Twitter und Youtube macht er aber weiterhin die Runde.

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Der Beitrag wurde im marokkanischen TV bereits am 23. November ausgestrahlt – zwei Tage vor dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Am Freitag wurden die ersten kritischen Stimmen im Netz laut, inzwischen wird die Sendung auf den sozialen Netzwerken auch international hitzig diskutiert. Rund 2700 Menschen unterzeichneten bisher eine Petition, die Sanktionen gegen den Sender fordert.

Die Berichterstattung verharmlose das Problem und zeige gleichzeitig, dass Übergriffe auf Frauen in der marokkanischen Gesellschaft als alltäglich angesehen werden, beklagen Nutzer auf Twitter.

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Inzwischen veröffentlichte der Sender auf Facebook eine Stellungnahme, in der er sich für die „Fehleinschätzung“ und den „vollkommen unangebrachten“ Beitrag der Magazinredaktion entschuldigt. Die Berichterstattung stehe in völligem Widerspruch zur redaktionellen Linie des Kanals, heißt es dort. M2 setze sich seit 27 Jahren für die Verteidigung der Rechte von Frauen ein.

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