Haftbefehl wegen Mordes : Schleswig-Holsteiner im Lkw fährt Amok – fünf Verletzte in Bayern

Der Mann liefert sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei. Dabei rammt er mehrere Autos.

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25. Januar 2018, 06:52 Uhr

Bamberg | Erst der Polizeihubschrauber konnte die Amokfahrt im Drogenrausch stoppen: Die Piloten blendeten den Fahrer des Scania-Sattelzugs mit ihrem Suchscheinwerfer ...

Der Mann (38) aus Schleswig-Holstein hatte sich in Bayern eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert, dabei etliche Autos gerammt und mindestens fünf Menschen verletzt. Das Amtsgericht Kronach erließ gestern Haftbefehl wegen versuchten Mordes in vier Fällen und versuchten Totschlags.

Am Dienstagabend war gegen 21 Uhr ein Notruf in der Leitstelle Mittelfranken eingegangen. Ein Autofahrer meldete die Unfallflucht eines Sattelzugs, der in Schlangenlinie auf der A 73 unterwegs war. Streifenwagen wollten den Lkw stoppen, doch der Fahrer gab Gas, drängte einen anderen Lastwagen von der Straße und fuhr ins Stadtgebiet von Coburg. Dort lenkte er sein Gespann in eine Sackgasse mit Wendehammer, wurde von Streifenwagen umstellt. Polizeisprecherin Anne Höfer. „Rücksichtslos drehte er dort, indem er gegen die zum Teil noch besetzten Streifenwagen fuhr.“ Mehrere Beamte wurden verletzt.

Der Schleswig-Holsteiner flüchtete weiter über die Bundesstraße 4 im unterfränkischen Landkreis Haßberge – wieder in Schlangenlinien. „Erneut missachtete der Mann sämtliche Anhaltesignale“, so die Polizeisprecherin. Und vermutlich absichtlich fuhr er gegen ein Auto, dessen Fahrer bereits gestoppt hatte, weil er die gefährliche Situation erkannte. Höfer: „Er wurde glücklicherweise nur leicht verletzt.“ Nachdem der Scania-Sattelzug dann auch noch gegen eine Leitplanke prallte, fuhr er ohne Licht auf der falschen Fahrbahn weiter.

Die Einsatzleitung der Polizei hatte zwischenzeitlich den Hubschrauber angefordert. Dessen Besatzung gelang es bei Untersiemau, so tief zu fliegen, dass sie den Fahrer mit dem Suchscheinwerfer blenden und zum Anhalten zu zwingen konnte. „Kollegen schlugen die Scheibe seiner Tür ein, haben sofort zugegriffen und den Fahrer auf die Straße gebracht“, so Polizeisprecherin Höfer.

Der Schleswig-Holsteiner stand unter Drogen, ihm wurde eine Blutprobe entnommen. Geladen hatte er einen Container mit Maschinenteilen, die er aus Oberösterreich nach Hamburg bringen sollte. Nach Angaben seiner Spedition, die im niedersächsischen Verden sitzt, hatte der Fahrer erst seinen zweiten Arbeitstag in der Firma. Die Fahrt war sein erster Auftrag gewesen.

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