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Forderung der Nobiskrug Werft : „Sailing Yacht A“ in Gibraltar festgesetzt: 15,29 Millionen Euro offen

vom

Medienbericht: Das Schiff durfte am Donnerstag nicht auslaufen. Die Kieler Werft Nobiskrug hat einen Arrest bewirkt.

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2017 | 09:39 Uhr

Gibraltar | Die „Sailing Yacht A“ liegt seit Donnerstag im Hafen von Gibraltar fest. Der Grund: Die Kieler Werft Nobiskrug hat einen Arrest bewirkt, wonach das Schiff erst auslaufen darf, wenn eine offene Rechnung von fast 15,3 Millionen Euro beglichen wird. Das berichtet die Zeitung „Gibraltar Chronicle“.

Die „Sailing Yacht A“ ist 143 Meter lang und hat über 100 Meter hohe Masten – höher als der Big Ben in London. Die Kosten der Superjacht sollen sich auf rund 450 Millionen Euro belaufen.

Das Schiff war am Mittwochmorgen für einen Versorgungsstopp in den Hafen eingelaufen. Nur Stunden später sei es dort auf richterliche Anordnung festgesetzt worden. Der offene Betrag hätte bereits bis zum 5. Februar überwiesen werden sollen. Dem Tag, an dem die „Sailing Yacht A“ den zur Nobiskrug-Gruppe gehörenden German Naval Yard in Kiel verlassen hatte.

Bei dem Betrag handelt es sich laut Bericht der „Gibraltar Chronicle“ um drei offene Posten. 9,8 Millionen Euro soll die Werft laut Vertrag mit dem registrierten Besitzer, der Firma „Valla Yachts Limited“, selbst bekommen. Das Unternehmen auf den Bermudas betreibt das Schiff im Auftrag des russischen Milliardärs Andrej Melnichenko. Darüber hinaus sind zwei Rechnungen über 2,9 und 2,6 Millionen Euro von Zulieferbetrieben ebenfalls noch offen. Insgesamt 15,29 Millionen Euro.

Da das Geld nicht überwiesen wurde, beauftragte die Werft die Anwaltskanzlei Triay Stagnetto Neish aus Gibraltar, um rechtliche Schritte einzuleiten. Eine Sprecherin von Nobiskrug wollte den Bericht gegen über shz.de nicht bestätigen. Auf Anfrage hieß es lediglich: „Kein Kommentar.“

Das britische Überseegebiet ist eine bekannte Adresse für Verkäufe, Pfändungen und Arreste von Schiffen aller Art. Der Hafen wirbt international mit seinem schnell handelnden Rechtssystem, das auf britischen Gesetzen beruht. Der Umstand, dass der Eigner der „Sailing Yacht A“ das Schiff noch vor Auslaufen aus dem Kieler Hafen in das Register der Bermuda Inseln übertragen ließ, erleichtert das Pfändungsverfahren von Nobiskrug. Wie Gibraltar sind die Inseln ein britisches Überseegebiet. Notwendige Formalitäten können daher schneller geklärt werden.

Die „A“ liegt seit Mittwoch, dem 15. Februar in Gibraltar vor Anker.
Die „A“ liegt seit Mittwoch, dem 15. Februar in Gibraltar vor Anker (markierter Punkt). Foto: Screenshot/marinetraffic.com
 

Ein Sprecher der auf den Bermudas ansässigen Firma „Valla Yachts Ltd.“ sagte der Zeitung, Außenstände seien bei so einem Projekt auch in dieser Höhe nicht unüblich. Der Betrag von 9,8 Millionen Euro sei Teil einer andauernden Auseinandersetzung mit der Werft in Kiel. Das Vorgehen von Nobiskrug sei „erstaunlich“, so der Sprecher. Das Geld sei bereits auf einem Treuhand-Konto hinterlegt worden, bis die Sache geklärt sei. Man habe seinerseits Anwälte eingeschaltet, so der Sprecher.

Am Dienstag soll es eine Verhandlung über den Fall geben. Bis dahin liegt das 143 Meter lange Schiff in Gibraltar vor Anker.

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