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Millionenjacht von Andrej Melnitschenko : „Sailing Yacht A“ erstmals unter vollen Segeln

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Vor der Küste Monacos ließ der russische Milliardär erstmals alle drei gigantischen Segel hissen.

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2017 | 15:36 Uhr

Monaco | Die drei riesigen, weißen Segel reflektierten das Sonnenlicht: Die „Sailing Yacht A“ zeigte sich erstmals vor den Augen der Öffentlichkeit unter vollen Segeln. Die 3700 Quadratmeter „Tücher“ – das entspricht der Fläche eines halben Fußballfeldes – wurden vollautomatisch an den Megamasten gesetzt. Der Fotograf Carl Groll hielt diesen besonderen Moment fest.

Über vier Jahre lang wurde die Mega-Jacht in Kiel gebaut. Erst im Februar verließ sie die Ostsee. Mit ihren 140 Metern ist die „Sailing Yacht A“ eines der größten Segelschiffe der Welt. 

In der Ostsee thronten auf dem grauen Schiff meist nur die nackten, 90 Meter Carbonfaser. Nur einmal setzten die Schiffbauer von der Kieler Werft Nobiskrug nahe der Küste ein Segel.

<p>Das mittlere Segel ist gesetzt.</p>

Das mittlere Segel ist gesetzt.

Foto: Rolf Dunkel
 

Auch in Gibraltar gelang einem Instagram-Nutzer ein Schnappschuss mit einem gehissten Tuch.

 

Jacht-Eigentümer Andrei Melnitschenko besitzt ein weiteres Mega-Schiff: die Motorjacht „A“. Beide trafen am Donnerstag vor Monaco aufeinander, als die Segeljacht dem russischen Millionär übergeben wurde. Es war ein aufeinandertreffen der Superlativen: Die „Sailing Yacht A“ ist rund 143 Meter lang, hat acht Decks, verfügt über eine Panorama-Lounge und Garagen für vier Beiboote und ein Mini-U-Boot.  Das Motorschiff ist gut 20 Meter kleiner, hat fünf Decks und auf ihnen sind drei Pools. Das Treffen in Monaco war ein Wiedersehen für die beiden Giganten. Sie lagen bereits gemeinsam im Kieler Hafen, als Melnitschenko kam, um den Baufortschritt zu begutachten.

<p>Zwei Giganten treffen aufeinander: Die „Sailing Yacht A“ und die „Motor Yacht A“</p>

Zwei Giganten treffen aufeinander: Die „Sailing Yacht A“ und die „Motor Yacht A“

Foto: Imago/Peter Seyfferth
 

Am Dienstag lagen die Schiffe, laut Ortungssystem AIS, vor Monaco. Ihre Erscheinungsbilder sind imposant, was nicht nur Segeljacht-Fans anlockt. Beide wurden vom französischen Designer Philippe Starck entworfen und in der Kieler Werft gebaut.

 

Die „Sailing Yacht A“ ist das größte Segelschiff der Welt. Neben ihrer imposanten Höhe und Länge kommt sie auch auf 25 Meter breite und acht Meter Tiefgang. Menschen, die auf der Jacht sind, wirken zu klein geraten, wie Lego-Männchen in einem Playmobil-Boot. Die Masten sind höher als der „Big Ben“ in London. Ein Twitter-Nutzer versuchte bei dem Aufenthalt des Schiffes in Monaco die Ausmaße in einem Bild zu erfassen:

 

 

Doch unabhängig davon, ob sie vor Gibraltar oder Monaco liegt und die Segel gehisst sind oder nicht, die „A“ zieht alle Blicke in ihrer Umgebung auf sich:

 

 

 

Damit das auch so bleibt, sorgen 54 Mann Besatzung für den silbrigen Glanz des Gigantens - und das Wohl der Passagiere. Teile der Besatzung dürfen auf keinen Fall Höhenangst haben, da sie auf die 90 Meter hohen Masten kletten, um Funktion und Sauberkeit zu sichern. Zum Vergleich: Die Segelmasten des Marine-Schulschiffs Gorch Fock bringen es auf rund 45 Meter.

 

In Gibraltar lag die „Sailing Yacht A“ Mitte Februar länger, als von Eigentümer geplant, fest. Nobiskrug hatte einen Arrest bewirkt. Denn Andrei Melnitschenko hatte die Rechnung für das Schiff über rund 450 Millionen Euro nicht rechtzeitig beglichen. Nach fünf Tagen einigten sich die Anwälte des russischen Auftraggebers der Jacht und die Anwälte der schleswig-holsteinischen Werft Nobiskrug vor einem Gericht in Gibraltar. Die Jacht  setzte ihre Reise fort.

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