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"Sabine" soll den Sommer bringen

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Frühling war wenig berauschend - sattes Grün, aber niedrige Temperaturen

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erstellt am 29.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Frankfurt/Main | Prinzip Hoffnung: Der Frühling ist abgeschrieben, die Erwartungen an den Sommer sind riesengroß. Es könne nur besser werden, meinen viele, die sich im Mai in den Herbst versetzt fühlten. Das Schild an der Tür einer Frankfurter Kita fasst den Frust zusammen: "Der kleine November möchte aus dem Mai abgeholt werden." Dieser Spruch kursiert seit Tagen bei Twitter. Der Wonnemonat folgte auf den trübsten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen vor über 60 Jahren, und er brachte nach einem extrem kalten März und einem durchwachsenen April mancherorts rekordverdächtige Regenmengen.

Der meteorologische Sommerbeginn am Sonnabend, 1. Juni, werde sich auch noch nicht nach Sommer anfühlen, sagen die Wetterexperten voraus. Stattdessen kommt neuer Regen, nachdem die Mitte Deutschlands gestern bei Sonnenschein unter Zwischenhocheinfluss kam. "Zwischenbläue" nannte Uwe Kirsche, Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD), den kurzen Lichtblick am Himmel. Ein richtiges Hochdruckgebiet, das die Wende bringen könnte, ist nicht in Sicht. Immerhin steht sein Name schon fest. Im Alphabet ist das "S" dran, deshalb wird es "Sabine" heißen.

Eine Prognose für den ganzen Sommer sei völlig unmöglich, unterstrich Kirsche. Nach dem DWD-Jahreszeitentrend ist die Wahrscheinlichkeit für einen "kalten", "mittleren" oder "warmen" Sommer in etwa gleich.

Das bislang letzte Hochdruckgebiet, das Deutschland für einige Tage Sonnenschein bescherte, war "Regine", das am 29. April auf den Wetterkarten auftauchte. Seitdem gab es nach Angaben des Meteorologischen Instituts der Berliner FU zehn Tiefdruckgebiete, das aktuelle heißt "Erdmann". Hoch "Sabine" lasse weiter auf sich warten, sagte FU-Meteorologe Jürgen Heise. Vorerst dominieren weiter die Tiefdruckgebiete, die zwischen zwei weit entfernten Hochdruckgebieten im Osten und Westen reihenweise von Norden übers Land ziehen und Massen feucht-kalter Meeresluft abladen. "Deutschland ist die Kältetruhe Europas", sagte der DWD-Meteorologe Lars Kirchhübel.

Zu trüb, zu nass und zu kalt - der Frühling 2013 ist in Deutschland ins Wasser gefallen. "Der Eindruck täuscht nicht: Gefühlt und gemessen stimmen überein", sagte DWD-Sprecher Kirsche. Schon seit Jahresbeginn habe es extrem wenig Sonnenschein gegeben. Von Januar bis Mai zählten die Meteorologen nach eigenen Angaben rund 450 Sonnenstunden. Damit gehöre diese Periode zu den drei trübsten Einstiegen ins Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als 60 Jahren. Noch weniger Sonnenschein hatte es 1970 mit 444 Stunden in den ersten fünf Monaten gegeben, etwa genauso trüb wie 2013 war 1983.

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