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Schiffsunglück vor Kamtschatka : Russischer Fischtrawler gesunken – mehr als 50 Tote

vom

An Bord des russischen Schiffs „Dalni Wostok“ waren 132 Menschen. Viele konnten gerettet werden, einige werden vermisst.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2015 | 09:34 Uhr

Petropawlowsk-Kamtschatski | Beim Untergang eines russischen Fischtrawlers vor der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka sind mindestens 55 Menschen ums Leben gekommen. 63 Menschen seien gerettet worden, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass am Donnerstag unter Berufung auf die Behörden. 14 Menschen würden vermisst. An Bord der „Dalni Wostok“ waren den Angaben zufolge insgesamt 132 Menschen. Das Unglück hatte sich im Ochotskischem Meer ereignet. Die Wassertemperatur liegt bei etwa null Grad. Die Rettungsaktion mit rund 1400 Beteiligten ging auch nach Einbruch der Dunkelheit weiter.

Der 26 Jahre alte Trawler „Dalnij Wostok“ (Ferner Osten) war in der Nacht gut 300 Kilometer vom Festland entfernt gesunken. Auf dem über 100 Meter langen Schiff waren 78 Russen und 54 Seeleute aus Myanmar, der Ukraine, dem Baltikum und vom Inselstaat Vanuatu im Südpazifik. Innerhalb von 15 Minuten lief der Rumpf Berichten zufolge voll Wasser. Einen Notruf setzte die Crew nicht ab. Der Kapitän war den Angaben zufolge unter den Toten.

Wahrscheinlich sei das Schiff mit einem Gegenstand zusammengestoßen, sagte Wladimir Markin von der Ermittlungsbehörde im 7000 Kilometer entfernten Moskau, möglicherweise mit Treibeis. Auch menschliches Versagen ist nicht ausgeschlossen. Die Behörde leitete eine Untersuchung ein. Ein Mitarbeiter des Zivilschutzes sagte Berichten zufolge, das Fabrikschiff sei beim Einholen eines rund 80 Tonnen schweren Schleppnetzes gekentert. Zum Zeitpunkt des Unglücks habe es Seegang gegeben. Ein Bild auf Twitter zeigt das Schiff.

Die Verletzten würden per Hubschrauber in Krankenhäuser in die Hafenstadt Magadan geflogen. An der Bergung der Seeleute beteiligten sich dem Zivilschutz zufolge auch 26 Schiffe, die sich in der Nacht zum Donnerstag in der Nähe aufhielten. Präsident Wladimir Putin sei über die Rettungsaktion informiert worden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Die Behörden in der Regionalhauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski schickten einen Hubschrauber mit Ärzten zur Versorgung der Geretteten. Einige von ihnen wurden zunächst auf ein anderes Schiff gebracht und sollten mit einem Helikopter aufs Festland geflogen werden. Wegen starken Windes musste der Einsatz von Hubschraubern zunächst aber verschoben werden.

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