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Brauchtum und Aberglaube zu Weihnachten : Rummelpott: Mit Schweinsblase auf Spendenfang

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Keine Wäsche zwischen den Feiertagen aufhängen: Dieser Brauch ist in SH verbreitet. Aber welche Brauchtümer gibt es noch? shz.de stellt in einer Serie einige Bräuche rund um die Feiertage vor. Heute: der Rummelpott.

shz.de von
erstellt am 31.Dez.2015 | 11:54 Uhr

Mit dem Rummelpott sollten ursprünglich böse Geister und Dämonen vertrieben werden.

Kinder und Erwachsene liefen mit bemalten Gesichtern oder Masken durch den Ort und sammelten Geschenke ein. Ursprünglich klopften sie an die Türen wohlhabender Bürger, um ihr Bettellieder und altüberlieferte Verse zu singen, wie zum Beispiel: „Fru, maak de Döör op, de Rummelpott will in! Dor kümmt en Schipp von Holland, de hett kenn guden Wind. Heißt de Segel op in de Topp un giff mi wat in de Rummelpott!

Mit dabei war der „Rumpeltopf“, mit dem sie Musik machten. Dieser besteht aus einer über einen Topf gezogenen Schweinsblase, durch die ein Stock gesteckt wird.

Als Bezahlung gab es Nüsse und Obst für die Musikanten. Heutzutage ziehen die Rummelpott-Läufer mit Rasseln oder Trommeln um die Häuser. Die Sänger freuen sich eher über etwas Süßes oder einen Schnaps.

Die Tradition geht auf einen alten Brauch zurück. „Ursprünglich waren der ,Umgang' und das ,Heischen' wohl eine von den ärmeren Erwachsenen zur Jahreswende ausgeübte Sitte, um Wohlhabende zu veranlassen, Geld und Kleidung zu spenden. Erst später haben Kinder die Sitte für sich entdeckt und neu ausgelegt“, sagt Sabine Weiß, Leiterin des Heimatmuseums in Wedel im Kreis Pinneberg.

„Schon um 1810 gab es in Ostholstein den Brauch, am Weihnachtsabend mit dem Rummelpott von Tür zu Tür zu ziehen, ein Lied zu singen und dafür Äpfel, Nüsse oder auch einen Schilling zu erhalten“, heißt es in einem Bericht. Ähnliche Bräuche fand die Museumspädagogin je nach Region für den Silvesterabend, den Dreikönigstag und die Fastnacht.

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