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Karneval 2016 : Rosenmontag in Köln findet statt - aber ohne Pferde

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Die Karnevalisten wollen sich ihre Feier nicht vom Wetter vermiesen lassen. Dennoch gibt es Einschränkungen.

shz.de von
erstellt am 07.Feb.2016 | 16:38 Uhr

Köln | Der Kölner Rosenmontagszug soll trotz Sturmwarnung stattfinden - allerdings ohne die sonst üblichen 500 Pferde. „Der Zug in Köln geht, er geht mit allen Teilnehmern“, stellte Zugleiter Christoph Kuckelkorn am Sonntag klar. „Wir lassen uns das Feiern auch vom Wetter nicht vermiesen.“ Die Prunkwagen samt Figuren sollen wie geplant rollen. Nur Großfiguren in den Fußgruppen sind nicht zugelassen, ebenso wie Fahnen und Trageschilder. Außerdem werden an den Zuschauertribünen Dächer und Rückwände entfernt, damit sich diese nicht lösen und umherfliegen können. Sollte der Sturm noch stärker werden als bisher prognostiziert, würden die Tribünen geschlossen.

Karneval steht 2016 nach den Übergriffen in Köln in der Silvesternacht unter besonderer Beobachtung. Nun drohte allerdings nicht wegen Terror, sondern Sturm eine Absage.

Eine völlige Absage des Zuges bei noch extremerer Wetterlage wollte Kuckelkorn nicht völlig ausschließen. Die Lage werde ständig beobachtet, betonte er. Nach den derzeitigen Vorhersagen des Wetteramtes könne der Zug aber stattfinden, nur eben ohne Pferde, da diese zum Beispiel bei umherfliegenden Jacken oder Schirmen plötzlich scheuen könnten. Ohne Pferde werde der Zug deutlich kürzer sein und auch schneller vorankommen. Die Kölner Polizei werde an Rosenmontag „verstärkt“ anwesend sein, sagte ein Polizeisprecher. „Definitiv mit stärkeren Kräften als im Vorjahr.“

Karneval in Köln relativ friedlich - 35 Anzeigen wegen Sexualdelikten

Unterdessen zieht die Polizei eine nüchterne Karnevalsbilanz. Das Fest sei bislang friedlicher verlaufen als im vergangenen Jahr. Bis Sonntag seien dennoch mehr als 400 Anzeigen erstattet worden, wie die Polizei mitteilte. Vor allem wurden Taschendiebstähle und Körperverletzungen zur Anzeige gebracht, aber auch 35 sexuelle Delikte. Die Polizei sicherte den Straßenkarneval angesichts der angespannten Sicherheitslage mit verstärkten Kräften. Konkrete Vergleichszahlen zum Vorjahr gebe es bislang nicht, weil die Polizei 2015 keine Zwischenbilanzen gezogen hatte, sagte eine Sprecherin.

Im Durchschnitt gab es in den Vorjahren von Weiberfastnacht bis Karnevalsdienstag rund 50 Anzeigen wegen sexueller Delikte. An Weiberfastnacht selbst stieg die Zahl der angezeigten sexuellen Übergriffe von 9 im letzten Jahr auf jetzt 22. Zwei davon waren den Angaben zufolge besonders gravierend.

Ein 17 Jahre alter Jugendlicher soll eine belgische Fernsehjournalistin während einer Live-Übertragung an Weiberfastnacht vor laufender Kamera sexuell belästigt haben. Er stellte sich am Freitag der Polizei. Der Schüler war in Begleitung seiner Mutter auf einer Kölner Wache erschienen. Er gab der Polizei zufolge an, sich auf einem Internetvideo der Fernsehübertragung wiedererkannt zu haben. Bei der Vernehmung habe der Jugendliche aber abgestritten, in sexuell motivierter Absicht gehandelt zu haben. Seine Aussage wird überprüft.

Unterdessen ist ein 17-jähriger Verdächtiger, der am frühen Freitagmorgen eine junge Frau auf dem Heimweg niedergeschlagen und möglicherweise vergewaltigt haben soll, wieder auf freiem Fuß. Der Tatverdacht gegen den Jugendlichen habe sich nicht erhärtet, teilte die Polizei am Samstag mit. Festgenommen wurde dafür ein anderer Verdächtiger im gleichen Alter.

Am Samstagabend wurden mehrere Frauen „unsittlich berührt“, als sie sich am Rande einer großen Karnelsfeier im Kölner Grüngürtel in Gebüschen erleichtern wollten. In dieser Sache gab es drei Anzeigen.

 

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