Internationale Bande im Visier : Rekordfund: Polizei stellt 49.500 LSD-Portionen sicher

<p>Inklusive der LSD-Trips wurden 640 Kilogramm Rauschgift sichergestellt.</p>

Inklusive der LSD-Trips wurden 640 Kilogramm Rauschgift sichergestellt.

Neben zahlreichen Drogen, die es auf ein Gewicht von 646 Kilo brachten, gingen der Polizei auch Verdächtige ins Netz.

shz.de von
04. Juni 2018, 19:59 Uhr

Mainz | 49.500 LSD-Portionen auf bunten Papierchen haben Fahnder in Rheinland-Pfalz sichergestellt – soviel wie noch nie in Deutschland. Neben zahlreichen anderen Drogen, die es mit dem LSD auf ein Gesamtgewicht von 646 Kilo brachten, gingen ihnen auch mehrere Verdächtige ins Netz. Das teilte die Staatsanwaltschaft Koblenz am Montag mit.

Sie arbeitete für den Fall mit dem Landeskriminalamt (LKA) Rheinland-Pfalz, der Zollfahndung Frankfurt sowie den internationalen Ermittlern von Europol und der Justizbehörde Eurojust zusammen. Auf die Spur der mutmaßlichen Drogenschmuggler-Bande hatte die Fahnder ein Fund von über 350 Kilogramm Betäubungsmitteln in Schweden gebracht. Der Fall ist noch nicht abgeschlossen. "Wir befinden uns noch mitten in den Ermittlungen", sagte Rolf Wissen, Sprecher der Staatsanwaltschaft Koblenz.

Elf Männer und eine Frau im Visier

Derzeit haben die Fahnder elf Männer und eine Frau im Alter von 33 bis 59 Jahren im Visier, die zu einer internationalen Bande von Drogenschmugglern gehören sollen. Mehrere von ihnen sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Einige von ihnen machten den Ermittlern zufolge eine Art Teilgeständnis. Vier der Beschuldigten hätten ihren Wohnsitz im nördlichen Rheinland-Pfalz gehabt, sagte Wissen.

Bei zwei Durchsuchungen in Plaidt und Andernach entdeckten die Fahnder im Januar etwa 646 Kilogramm. Geschätzter Marktwert: 9,8 Millionen Euro. Unter den illegale Substanzen waren beispielsweise Haschisch, Amphetaminpaste, Ecstasy sowie die LSD-Papierchen. "Das ist bundesweit die größte Sicherstellung von LSD", sagte Johannes Kunz, LKA-Präsident.

Drogen sollen verbrannt werden

Der Auslöser für die Ermittlungen der deutschen Fahnder liegt fast ein Jahr zurück. Im Mai 2017 seien schwedischen Zollbeamte in Malmö ein Auto und ein Lkw aufgefallen, berichtete Staatsanwalt Thorsten Kahl. Als die Fahrer die Drogen untereinander austauschten, seien sie erwischt worden.

Was passiert mit beschlagnahmten Drogen? Nach spätestens zwei Jahren gehen sie in einer Müllverbrennungsanlage in Rauch auf. Bis es so weit ist, werden die Substanzen klassifiziert, gewogen und in der Asservatenkammer eingelagert. Spezialisten können sie anschließend kriminaltechnisch untersuchen. Wie lange Drogen im Einzelfall aufbewahrt werden, hängt unter anderem davon ab, ob sie in einem laufenden Verfahren als Beweis noch gebraucht werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen