Brandanschlag auf geplantes Asylbewerberheim : Reichertshofen: Flüchtlingsunterkunft brennt in Bayern

Ein Gasthof in dem Flüchtlinge untergebracht werden sollten, ist am frühen Donnerstagmorgen niedergebrannt. Die Polizei ermittelt.

shz.de von
16. Juli 2015, 10:30 Uhr

Reichertshofen | In Reichertshofen in Bayern ist ein als Asylbewerberunterkunft geplantes Gebäude abgebrannt. Das berichtet der „Donau Kurier“. Demnach brach das Feuer gegen zwei Uhr am Donnerstagmorgen im ehemaligen Landgasthof Däuber im Ortsteil Winden aus. Um 2.50 Uhr schlug ein Nachbar Alarm, weil er das Feuer entdeckt hatte. Das Gebäude hatte der Landkreis Pfaffenhofen als Unterkunft für Asylbewerber vorgesehen. Das Gebäude stand zum Zeitpunkt des Brandes aber noch leer, heißt es in dem Bericht. „Ein fremdenfeindlicher Hintergrund ist nicht auszuschließen“, sagte Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer. An zwei Eingängen des Gebäudekomplexes wurde demnach vorsätzlich Feuer gelegt.

Angriffe auf und Proteste gegen Asylbewerberheime sind kein Einzelfall. LautVerfassungsschutzbericht haben die Taten im ersten Halbjahr 2015 zugenommen. Zuletzt brannte eine Unterkunft in Meißen. Im April brannte es in Tröglitz (Sachsen-Anhalt). Auch in Lübeck und Escheburg kam es zu Brandanschlägen aufgeplante Unterkünfte für Geflüchtete. In Böhlen im Kreis Leipzig, schossen am Wochenende Unbekannte auf ein Flüchtlingsheim und beschädigten die Fassade.

Der Gastraum eines früheren Landgasthofs brannte völlig aus, der Sachschaden beträgt mindestens 150.000 Euro. Das angrenzende Wohnhaus, in dem ab September Flüchtlinge untergebracht werden sollten, wurde weniger stark beschädigt.

Laut dem Bayerischen Rundfunk war das Flüchtlingsheim bereits länger in der Diskussion. Über 130 Flüchtlinge sollen in dem Ortsteil mit 800 Einwohnern untergebracht werden. Das sorgte für massive Proteste der Anwohner. Der Landkreis befand das Gebäude für zu klein und forderte die Zahl zu verringern. Eine Bürgerinitiative fordert, maximal 30 bis 40 Asylbewerber einziehen zu lassen. Eine Online-Petition scheiterte im Frühjahr.

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