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„Heute sind wir alle Franzosen“ : Reaktionen zu den Terroranschlägen in Paris

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Die Terrorserie in Paris mit über 120 Toten sorgt überall auf der Welt für Bestürzung und Fassungslosigkeit. shz.de mit Reaktionen.

Paris | Bei einer beispiellosen Terrorserie in Paris mit mehreren fast zeitgleichen Anschlägen sind mindestens 120 Menschen getötet worden. Mehr als 200 wurden zum Teil schwer verletzt. Die Attentäter schossen am Freitagabend an verschiedenen Orten der französischen Hauptstadt wild um sich und zündeten mehrere Bomben. Allein in der Konzerthalle „Bataclan“ richteten sie ein Massaker mit mindestens 80 Toten an. Vier Tote gab es in der Nähe des Stadions Stade de France, wo gerade das Fußball-Länderspiel Deutschland gegen Frankreich stattfand. Politiker, Prominente und Fußballclubs reagieren geschockt:

Bundeskanzlerin Angela Merkel

„Ich bin tief erschüttert von den Nachrichten und Bildern, die uns aus Paris erreichen“, erklärte Merkel am frühen Samstagmorgen in Berlin. „Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei den Opfern der offensichtlich terroristischen Angriffe, ihren Angehörigen sowie allen Menschen in Paris.“

Papst Franziskus

„Wir sind erschüttert von dieser neuen Demonstration irrsinniger terroristischer Gewalt und des Hasses, die wir gemeinsam mit dem Papst auf die radikal möglichste Art und Weise verurteilen“, sagte Papst-Sprecher Federico Lombardi am Samstagmorgen laut Radio Vatikan. „Wir beten für die Opfer und für das gesamte französische Volk“, ergänzte er. „Es handelt sich um einen Angriff auf den Frieden der gesamten Menschheit, der eine entschlossene uns solidarische Reaktion von uns allen verlangt.“

Frank-Walter Steinmeier, Außenminister

Steinmeier hat Frankreich die enge Solidarität Deutschlands zugesichert. Man stehe „fest an der Seite Frankreichs“, sagte der SPD-Politiker am Samstagmorgen vor der Syrien-Konferenz in Wien. „Die Dimension des Grauens übersteigt die Vorstellungskraft eines jeden“, sagte der Minister, der am Vorabend in Paris beim Fußballspiel Frankreich gegen Deutschland Ohrenzeuge von zwei der Attacken geworden war. „Was als Fußballfest begann, endete in einem Inferno des Terrors.“

Joachim Gauck, Bundespräsident

„Ich bin tief erschüttert angesichts der Nachrichten, die uns aus Frankreich erreichen“, sagte der Bundespräsident laut einer Mitteilung am frühen Samstagmorgen. „Meine Gedanken sind bei den Opfern, Ihren Angehörigen und dem französischen Volk.“

Sigmar Gabriel, SPD-Vorsitzender und Wirtschaftsminister

„Ich bin tief erschüttert. Unsere Herzen und Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei unseren französischen Freunden. Wir trauern um die vielen unschuldigen Toten.“ Die Terroranschläge in Paris richteten sich „gegen uns alle“, sagte der Vizekanzler. „Deutschland steht an der Seite Frankreichs gegen diesen fanatischen Terrorismus. (...) Wir Demokraten halten zusammen, wir werden Demokratie und Freiheit verteidigen.“

Barack Obama, US-Präsident

Obama hat die Anschläge als „abscheulichen Versuch“ verurteilt, die Welt zu terrorisieren. Es handele sich nicht nur um Anschläge auf Paris oder das französische Volk, sondern auf die gesamte Menschheit, sagte Obama am Freitag in Washington. Es sei zu früh, um darüber zu spekulieren, wer für die Attacken verantwortlich sei. Obama bot die Hilfe Amerikas bei der Bekämpfung des Terrors an. „Wir werden tun, was immer auch getan werden muss, um diese Terroristen zur Verantwortung zu ziehen“, sagte der US-Präsident.

David Cameron, Premierminister Großbritannien

Cameron hat sich schockiert über die Anschläge geäußert. Zugleich bot er Hilfe an. Großbritannien werde tun, „was immer wir tun können, um zu helfen“, sagte er am Freitagabend. Er sei in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen

Torsten Albig (SPD), Schleswig-Holsteins Ministerpräsident

Albig hat die Terroranschläge als „unfassbar“ bezeichnet. „Ich bin tief erschüttert über die Anschläge in Paris, bei denen ganz offensichtlich einige Wahnsinnige so viele unschuldige Menschen getötet haben“, erklärte Albig am Samstag. „Mir fehlt die Vorstellungskraft, warum einige wenige so etwas tun und uns ihren Weg des Grauens und des Mordens aufzwingen wollen.“ Man müsse sich dem klar entgegenstellen und auch gegen Ängste wehren. „Die Menschen, die zu uns kommen, sind nicht die, die töten“, betonte Albig. „Diejenigen, die zu uns kommen, fliehen vor diesen Mördern.“

Stefan Studt, Innenminister von Schleswig-Holstein

Studt erklärte am Samstag in Kiel, die Anschlagsserie sei „ein Angriff auf unser universelles Wertesystem“: „Gemeinsam werden wir die über Jahrhunderte hinweg mühsam errungene Freiheit mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen.“

Ralf Stegner, stellvertretender SPD-Parteivorsitzender

Wolfgang Kubicki, FDP-Bundes-Vize

„Das hat nichts mehr mit Glauben zu tun, das ist einfach krank“, sagte der schleswig-holsteinische Landtagsfraktionschef am Samstag in Neumünster am Rande eines FDP-Landesparteitags. „Ich frage mich, was in Menschen vorgeht, die sich mit 20 oder 21 Jahren in die Luft sprengen.“ Er empfinde Trauer, aber auch Wut, weil die Opfer von Paris sich abends nur unterhalten wollten - in Restaurants, im Konzert oder beim Fußball-Länderspiel. „Ich habe aber auch die Gewissheit, dass Europa zusammenstehen (...) wird.“

Heiner Garg, FDP-Landesvoritzender in Schleswig-Holstein

„Ich werde nie begreifen, mit welchem Hass Menschen solche Terroranschläge machen“, sagte FDP-Landeschef Heiner Garg vor den rund 200 Delegierten beim FDP-Landesparteitag in Neumünster. Diese Terroranschläge seien ein Anschlag auf unsere Demokratie, auf Menschlichkeit und Freiheit. „Es ist ein Verbrechen, das uns bis in das Mark erschüttert.“ Gerade jetzt müsse deutlich werden, „dass die Demokratie immer stärker ist als der Hass“, betonte Garg. Das Mitgefühl gelte den Ermordeten und Verletzten, ihren Angehörigen und dem ganzen französischen Volk.

Katharina Fegebank (Grüne), Hamburgs Zweite Bürgermeisterin

Für Fegebank sind die Angriffe „Anschläge auf das Herz der freien und zivilisierten Gesellschaft“. „Aber dieses Herz schlägt dadurch nur noch lauter, und heute schlägt es auch bei uns in Hamburg nur für Paris“, erklärte Fegebank am Samstag in der Hansestadt.

Olaf Scholz, Bürgermeister von Hamburg

„Diese abscheulichen Terrorakte richten sich gegen die Demokratie, gegen die Freiheit und gegen unsere Art zu leben“, erklärte Scholz am Samstag. „Wir werden Demokratie, Freiheit und unsere Art zu leben verteidigen und stehen fest an der Seite unserer französischen Freunde.“ „Wir trauern um die vielen Toten und sind mit unseren Gedanken bei den vielen Verletzen und den Angehörigen der Opfer“, sagte Scholz. „Ihnen gilt unser tiefes Mitgefühl.“

Grzegorz Schetyna, polnischer Außenminister

„Heute sind wir alle Franzosen“, sagte Schetyna am Samstag in Breslau (Wroclaw). Zugleich forderte er Entschlossenheit im Kampf gegen den Terror. „Keine Stadt, kein Land kann sich sicher fühlen. Das zeigt noch mehr, wie wir zusammen arbeiten müssen. Von uns wird abhängen, ob wir uns vor dem Szenario von Tod, Terror und allgemeinem Schrecken schützen können.“

Recep Tayyip Erdogan, Staatspräsident Türkei

Erdogan sagte, die Türkei kenne Terrorismus und seine Auswirkungen aus eigener Erfahrung. „Wir teilen den Schmerz sowohl von Präsident (François) Hollande und des französischen Volkes.“ Erdogan forderte, Terrorismus müsse universell verurteilt werden. Die Logik „mein Terrorist ist gut, Deiner ist schlecht“ dürfe nicht mehr gelten. „Terrorismus hat keine Religion, keine Nation, keine Rasse, kein Vaterland.“

Xi Jinping, chinesischer Staats- und Parteichef

Jinping hat die blutigen Anschläge als „barbarische Terrorakte“ scharf verurteilt. Der Präsident, der am Samstag von Peking zum G20-Gipfel im türkischen Küstenort Belek nahe Antalya abflog, sprach den Opfern und ihren Angehörigen sein tiefes Beileid aus. Xi Jinping sagte nach Angaben der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag, China wolle eng mit der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen Terrorismus zusammenarbeiten.

Hassan Ruhani, iranischer Präsident

„Im Namen des iranischen Volkes verurteile ich diese unmenschliche Tat.“ Das schreckliche Ereignis habe nur eine Botschaft: Alle Staaten müssen gemeinsam den Terrorismus und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekämpfen.

Oliver Bierhoff, DFB-Teammanager

„Es herrscht große Betroffenheit, natürlich. Der Sport ist jetzt total im Hintergrund“, sagte Bierhoff nach dem Länderspiel der Fußball-Nationalmannschaft in der französischen Hauptstadt dem ARD-Hörfunk. „Es wird von Extremisten oder gewissen Personen die Möglichkeit gesucht, Aufmerksamkeit zu bekommen“, sagte Bierhoff.

Matteo Renzi, italienischer Ministerpräsident

„Italien weint um die Opfer von Paris und ist vereint im Schmerz mit den französischen Brüdern. Das ins Herz getroffene Europa wird auf diese Barbarei zu reagieren wissen“, erklärte Renzi am späten Freitagabend.

Martin Schulz, EU-Parlamentspräsident

„Terroristen haben versucht, die westliche Zivilisation bis ins Mark zu treffen, ihre Werte und die Menschen. Sie wollten Angst und Schrecken verbreiten und spalten. Aber Europa steht im Kampf gegen den Terror zusammen“, kommentierte der SPD-Politiker am Samstag. Der Kontinent sei entschlossen, all diejenigen, die diese Gräueltaten organisiert hätten, aufzuspüren und zur Rechenschaft zu ziehen. Im Namen aller Abgeordneten verurteile er die Taten, schrieb Schulz.

Die Vereine der Fußball-Bundesliga

Viele Clubs haben mit großer Bestürzung auf die Terrorattacken in Paris reagiert. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern der Anschläge in Paris und ihren Angehörigen. #PrayforParis“, schrieb der deutsche Meister FC Bayern München am Samstagmorgen im Kurznachrichtendienst Twitter. „Ergebnis unwichtig. An alle in #Paris: Passt bitte auf Euch auf. Unsere Gedanken sind bei den Opfern“, twitterte Borussia Dortmund nach der 0:2-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft in Frankreich.

Fast alle Clubs äußerten in sozialen Netzwerken ihre Sorge und Betroffenheit. „Wenn Fußball so unwichtig ist - Hertha BSC trauert mit den Franzosen!“, hieß es aus Berlin. Hannover 96 twitterte: „#NiemalsAllein: Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer von #Paris.“, von Borussia Mönchengladbach kam die Kurznachricht: „Heute rückt der Fußball in den Hintergrund. Wir trauern um alle Opfer in Paris und wünschen den Angehörigen viel Kraft.“

Clubs wie der FC Schalke 04, der Hamburger SV oder der 1. FC Köln schrieben nach den Angriffen mit mindestens 120 Toten: „#PrayForParis“.

Viele Menschen äußern sich auf Twitter bestürzt über die Anschlagserie. Unter dem Hashtag #Pray4Paris (Beten für Paris) gibt es tausende Einträge:

           

           

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erstellt am 14.Nov.2015 | 10:26 Uhr

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