„Oldschool Society“ (OSS) : Razzia bei Rechtsterroristen: Mehrere Festnahmen, Facebook-Seite gelöscht

Die Facebook-Seite der rechtsradikalen Oldschool Society mit mehr als 3000 „Fans“.
Die Facebook-Seite der rechtsradikalen „Oldschool Society“ mit mehr als 3000 „Fans“.

Drei Männer und eine Frau sollen Anschläge auf Moscheen und Asylbewerberheime geplant haben. Die Facebook-Präsenz wurde gelöscht.

shz.de von
06. Mai 2015, 10:18 Uhr

Karlsruhe | Die Bundesanwaltschaft hat bei Razzien in mehreren Bundesländern am Mittwoch vier mutmaßliche Rechtsextremisten festnehmen lassen. Die drei Männer und eine Frauen stehen demnach in dem dringenden Verdacht, gemeinsam mit anderen die rechtsterroristische Vereinigung „Oldschool Society“ (OSS) gegründet und Anschläge auf Moscheen und Asylbewerberheime geplant zu haben.

Dafür sollen die Festgenommenen ersten Erkenntnissen zufolge Sprengstoff besorgt haben. Bei einer Durchsuchung wurden demnach pyrotechnische Gegenstände mit großer Sprengkraft sowie weitere Beweismittel sichergestellt.

Laut Spiegel Online wurden Wohnungen in Bayern, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern durchsucht. Schleswig-Holstein war laut LKA nicht betroffen.

Inwieweit die vier konkrete Anschlagsziele ins Auge gefasst hatten, muss die Bundesanwaltschaft noch ermitteln. Die rechtsextreme Truppe soll sich laut dem „Spiegel-Online-Bericht“ bereits im November 2014 zusammengeschlossen haben und war offenbar hierarchisch strukturiert.  Der inzwischen festgenommene Andreas H. aus Augsburg fungierte demnach als „Präsident“ und der 39-jährige Sachse Markus W. als dessen „Vize“. Weitere wichtige Funktionen sollen den Angaben zufolge der 47-jährige Olaf O. aus Bochum sowie die 22-jährige Denise G. aus Sachsen übernommen haben. Alle vier sollen noch am Mittwoch und am Donnerstag dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt werden.

Die mittlerweile gelöschte Facebook-Seite von „Oldschool Society“ hatte mehr als 3000 „Fans“ versammelt. Über die Seite wurde neben Hetze gegen Asylbewerber, linke „Zecken“ und Grüne die kulturelle Identität gelobt. „Wir sprechen hier Deutsch, nicht Türkisch, Englisch, Spanisch, Libanesisch, Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Russisch, oder irgend eine andere Sprache. Wenn Sie also Teil unserer Gesellschaft werden wollen, dann lernen Sie gefälligst die Sprache!“, so die Gruppierung mit dem englischen Namen.

Im sozialen Netzwerk berief sich die Organisation auf das Christentum. In den Kommentaren las man allerdings häufig Aufrufe zur Gewalt gegenüber Flüchtlingen. „Ich wäre für Salve und zwar mit Mündungsfeuer !!!“, schreib einer. Ein anderer kommentierte: „Hängt die grünen, solange es noch Bäume gibt.....“. Um nicht aus dem Netzwerk zu fliegen, sorgte die Gruppe aber mit einer Warnung vor und bat, „das posten von einschlägiger Symbolik nach §86a zu unterlassen! Dieses bezieht sich auf: HK,Doppelsigrune,Odalrune sowie Bilder von AH selber! Zahlenkombinationen sowie allgemeine Bilder im Bezug auf NS.“

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