Fastenbrechen Eid al-Fitr : Ramadan endet für 1,6 Milliarden Muslime

Einen Monat keine Nahrung, kein Wasser und keine Zigaretten bei Tageslicht. Das ist für Muslime auf der ganzen Welt ab Donnerstag vorbei.

shz.de von
16. Juli 2015, 18:35 Uhr

Nach einem Monat Fasten geht für Millionen Muslime auf der ganzen Welt der Ramadan zuende. In den meisten islamischen Ländern ist Donnerstag der letzte Fastentag. Nach dieser Zeit der Entbehrungen, in der die weltweit etwa 1,6 Milliarden Gläubigen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang weder essen noch trinken oder rauchen durften, beginnt das dreitägige Fest Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens).

Mit Henna bemalte Hände, viel Süßigkeiten  - und das ohne schlechtes Gewissen.  Foto: Secilmis
Mit Henna bemalte Hände, viel Süßigkeiten - und das ohne schlechtes Gewissen. Foto: Secilmis
 

Bundespräsident Joachim Gauck rief in einer Grußbotschaft an die deutschen Muslime zu mehr Vertrauen zwischen den Religionen auf. „Wenn wir uns leiten lassen von dem Wunsch nach einem respektvollen, friedlichen Zusammenleben, wird eine gute gemeinsame Zukunft gelingen“, sagte das Staatsoberhaupt und fügte hinzu, er fühle sich dem Gedanken des Ramadan verbunden. Der Zentralrat der Muslime zeigte sich erfreut, dass in Deutschland auch viele Nichtmuslime am allabendlichen Fastenbrechen teilgenommen hätten.

Muslime in aller Welt fasten im Ramadan-Monat. Erst nach Sonnenuntergang gibt es etwas zu essen und zu trinken.
dpa
Muslime in aller Welt fasten im Ramadan-Monat. Erst nach Sonnenuntergang gibt es etwas zu essen und zu trinken.
 

In vielen Ländern wurde der Ramadan und nun auch Eid al-Fitr allerdings von Gewalt überschattet. In Syrien, Libyen, dem Irak und im Jemen herrschen teilweise schon Jahre andauernde Bürgerkriege.

Nicht für alle Muslime ist Ramadan freiwillig. Nach Angaben von Aktivisten bestrafte die Terrormiliz IS in Syrien während des Fastenmonats 94 Menschen drakonisch, weil sie tagsüber etwas gegessen hätten. Die Opfer seien dafür an zentralen Straßen und Plätzen an Holzkreuze gebunden und dann in Eisenkäfige gesperrt sowie auch ausgepeitscht worden.

In Ägypten wurden Berichten zufolge 25 Menschen von der Polizei festgenommen, weil sie in der Öffentlichkeit essen und tranken. Das Innenministerium musste einschreiten und klarstellen, dass es kein Gesetz gebe, das dies verbiete. Die Menschen wurden freigelassen.

In südlichen Ländern machten den Gläubigen in diesem Jahr auch hohe Temperaturen zu schaffen. Im Irak etwa kletterten die Temperaturen auf mehr als 45 Grad. Viele Geschäftsinhaber stellten öffentliche Duschen auf, damit sich die Menschen abkühlen konnten. Im Norden war Ramadan eine Herausforderung, weil es in die Zeit der Sommersonnenwende fiel – die Tage waren somit besonders lang.

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Beim nun folgenden Fest des Fastenbrechens werden Kinder traditionell mit Süßigkeiten beschenkt - daher kommt auch die in der Türkei gebräuchliche Bezeichnung Zuckerfest (Seker Bayrami). Die Türken nutzen die dreitägigen Feiertage vor allem für Verwandtenbesuche oder einen Kurzurlaub. Vor allem Beamte dürfen sich dieses Jahr freuen. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu erklärte vergangene Woche überraschend, Staatsbedienstete hätten schon ab Donnerstag frei.

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