Querschnittslähmung durch Sex

Besteht ein Anspruch auf Invalidenrente, wenn der Geschlechtsakt zur Querschnittslähmung führt?

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04. November 2007, 02:48 Uhr

Ein tragisches Ende nahm das Liebesspiel eines Paares. Als Folge der heftigen Bewegungen des Mannes spürte die Frau plötzlich einen stechenden Schmerz im Rücken, dem starke Blutungen folgten. Die Frau verlor das Bewusstsein, und der entsetzte Liebhaber rief einen Notarzt zu Hilfe. Im Krankenhaus lautete die Diagnose der Ärzte: Querschnittslähmung mit hundertprozentiger Invalidität.
Von ihrer Unfallversicherung versuchte die Frau eine Invalidenrente zu erlangen. Doch die Versicherung wies ihre Ansprüche zurück. Schließlich stelle der Geschlechtsverkehr keinen Unfall dar, da "Verletzungen infolge von Eigenbewegungen" - hier die Eigenbewegung beim Sexualakt - nach den Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen nicht als Unfall gelten. Ein Grund für eine Ersatzpflicht der Versicherung sei daher nicht erkennbar.
Die Versicherte klagte und war vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf erfolgreich. Bei den Folgen des Geschlechtsverkehrs habe es sich in der Gesamtschau durchaus um einen Unfall im Sinne der gesetzlichen Regelungen gehandelt. Denn immerhin habe nicht nur ein innerkörperlich ablaufender Vorgang vorgelegen, sondern eine äußerliche Einwirkung. Die Frau konnte daher Invaliditätsleistungen beanspruchen.
Fazit: Lassen Sie sich den Spaß nicht verderben.
Bei Interesse siehe hierzu: 1.3 AUB (Allgemeine Versicherungsbedingungen), "Unfall"

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