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Kinderbuchfigur zensiert : Problembär: Winnie Puuh ist in China illegal

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Pu hat zu viel Ähnlichkeit mit dem Präsidenten Xi Jinping, deshalb musste er aus den sozialen Netzwerken verschwinden.

shz.de von
erstellt am 17.Jul.2017 | 15:49 Uhr

Peking | Pu der Bär ist lieb, niedlich und ein guter Freund. Jemand den jeder mag, doch in China wurde er in den vergangenen Tagen weitgehend aus den sozialen Netzwerken der Volksrepublik verbannt. Das berichtete die Tagesschau. Winnie Puuh ist eine Kinderbuchfigur. Seine Geschichte wurde von Walt Disney mehrfach verfilmt.

Der Grund für die Zensur scheint Präsident Xi Jinping selbst zu sein. Das Staatsoberhaupt war in der Vergangenheit im Internet in Bildmontagen abgebildet worden. Dort nahm er die Stelle von Pu dem Bären ein. Einen offiziellen Grund für die Verbannung der Buchfigur gab die chinesische Führung jedoch nicht bekannt.

Das Hintergrundwissen, dass der Kinderbuchautor Alan Alexander Milne, Pus Schöpfer, den kleinen Bären als Wesen „von sehr geringem Verstand“ beschrieb, untermauert die Theorie, dass die Montagen bei der chinesischen Regierung nicht gut ankamen. Die politische Führung ins Lächerliche zu ziehen, gestattet die Kommunistische Partei nicht.

Bildmontagen von Xi und Pui tauchten bereits 2013 in den sozialen Netzwerken auf. Dort ist ein Bild von Tigger, einem Freund von Winnie Puuh, und dem Bären selbst bei einem Spaziergang zu sehen. Direkt daneben sind der damalige US-Präsidenten Barack Obama und das chinesische Staatsoberhaupt in fast identischer Pose abgebildet. 2014 tauchte ein Bild auf, das zeigt, wie Xi dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe die Hand schüttelt. Parallel dazu ist Pu mit I-Aah zu sehen. Der immer traurige Esel ist auch eine Figur aus dem Kinderbuch.

 

Im chinesischen Mikrobloggingdienst Weibo wurden zuletzt noch Nachrichten mit den Winnie-Puuh-Charakteren verbreitet. Wer dort aber gezielt nach dem chinesischen Namen der Figur „Kleiner Bär Winnie“ sucht, dem wird ein Error-Zeichen angezeigt. Dazu erscheint der Hinweis: „illegaler Inhalt“. Viele Mediennutzer testen jetzt, wie sie Winnie Puuh in China weiterverbreiten können. GIF-Dateien mit Pu wurden bisher noch nicht zensiert.

 
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