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Steuer-Affäre um Superstar : „Postillon“-Bericht über Ronaldo-Wechsel zum FC Bayern bricht Rekorde

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„Steuersünder haben bei uns keinen Platz“, sagt Uli Hoeneß bei einer fiktiven Pressekonferenz – und im Netz wird gelacht.

München/Madrid | Die Steueraffäre um Fußball-Superstar Christiano Ronaldo hat auch den Satire-Blog „Der Postillon“ auf den Plan gerufen. Gerüchte, wonach der 32-Jährige Spanien – und somit seinen Arbeitgeber Real Madrid – wegen einer drohenden Haftstrafe verlassen wolle, heizten Spekulationen an, wohin der Kicker wechseln könnte. Paris St. Germain und Manchester United waren im Gespräch oder ein anderer finanzstarker Club. Die italienische „Gazzetta dello Sport“ setzte ein Gerücht in die Welt, dass der Satire-Blog von Stefan Sichermann umgehend aufnahm: Der FC Bayern München hat ein mögliches Interesse an dem teuersten Spieler der Welt.

Der „Postillon“ ließ mit seinem Beitrag „FC Bayern reagiert auf Ronaldo-Wechsel-Gerücht: ,Steuersünder haben bei uns keinen Platz‘“ in Sachen Likes und Shares wieder einmal sämtliche Artikel journalistischer Medien hinter sich. In wenigen Stunden erreichte der Text am Montag mehr als 65.000 Interaktionen bei Facebook und Twitter. Nach zwei Stunden hatte man sämtliche am Montag von deutschsprachigen Medien veröffentlichte Artikel hinter sich gelassen, berichtet das Branchenportal „Meedia“.

 

In dem Artikel zitiert der Satire-Blog aus einer fiktiven Pressekonferenz mit Uli Hoeneß, der sagt, man wolle schon aus Imagegründen nichts mit Steuersündern zu tun haben. „Wir sind ein anständiger Verein“, sagt Hoeneß. Und weiter: „Und da passt so ein Ganove wie der Cristiano Ronaldo einfach nicht rein. Da kann er noch so gut spielen und uns noch so oft aus der Champions League kegeln. Steuersünder haben bei uns keinen Platz.“

Dann zitiert der „Postillon“ noch aus einem Interview Hoeneß' mit der Zeitung die „Welt“ aus dem Jahr 2002 und verpackte es als Hoeneß-Ratschlag an Ronaldo. Damals sagte der Bayern-Boss: „Es ist unklug, solche Dinge zu machen, denn irgendwann kommt doch immer alles raus. Und es kann doch nicht der Sinn der Sache sein, ins Gefängnis zu wandern, nur um ein paar Mark Steuern zu sparen.“

Warum die „Postillon“-Geschichte so gut funktioniert? Vermutlich weil Uli Hoeneß im Juni 2014 ins Gefängnis musste, um seine Freiheitsstrafe wegen nicht versteuerter Gewinne bei Börsenspekulationen abzusitzen. 28,5 Millionen Euro Steuerschuld hatte der Bayern-Präsident verheimlicht. Eine Chronologie des Falls können Sie hier nachlesen

Auch außerhalb der Satire-Welt hat der FC Bayern das irre Wechsel-Gerücht bereits offiziell dementiert und „in das Reich der Fabeln“ verwiesen. Laut „Football Leaks“ verdient Ronaldo 34,67 Millionen Euro brutto im Jahr. Die Ablöse würde 200 Millionen kosten.

Ronaldo bleibt bei Real

Auch Real-Präsident Florentino Perez stellte in mehreren Interviews in Spanien klar: „Ronaldo ist Spieler von Real Madrid und wird das bleiben“. Gegen den 32 Jahre alten Stürmerstar, der zurzeit mit der Nationalmannschaft Portugals am Confed Cup in Russland teilnimmt, wird in Spanien wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt. Nach einer Anzeige der Staatsanwaltschaft soll Ronaldo zwischen 2011 und 2014 gut 14,7 Millionen Euro hinterzogen haben. Er selbst und sein Management weisen die Vorwürfe zurück.

Zu den Steuervorwürfen gegen Ronaldo sagte Perez: „Ich muss ihn verteidigen, was auch immer es kostet: als Spieler und auch als Mensch.“ Jeder müsse „seine Steuer-Verpflichtungen erfüllen. Ich habe keine Zweifel, dass Cristiano in der Lage ist, sich zu verteidigen.“ Nach seinen Informationen hätten Ronaldo und sein Management in Spanien „die gleichen finanziellen Maßnahmen getroffen wie zu seiner Zeit in England. Und dort hatte er nie Probleme.“ Auffällig an den Interviews des Real-Präsidenten ist jedoch, dass dort von einer massiven Rückendeckung für Ronaldo nicht die Rede ist. „Marca“ selbst hatte nach dem Aufkommen der Wechselgerüchte noch geschrieben, dass Real Madrid alles unternehme, um Ronaldo „zu beruhigen“. Perez sagte dazu bloß: „In den nächsten Tagen werde ich mit ihm reden.“ Laut den Medienberichten der vergangenen Woche ist genau das Gefühl, von Real nicht ausreichend unterstützt zu werden, einer der Gründe, warum Ronaldo den Verein angeblich verlassen will.

Auch gegenüber dem spanischen Radiosender „Onda Cero“ erklärte Perez geradezu lapidar: „Offensichtlich ist etwas passiert, was ihn gestört und seine Glaubwürdigkeit verletzt hat. Ich bin sicher, er wird uns das erzählen, und dann werden wir sehen.“ Aktuell jedoch befinde sich Ronaldo „in einem wichtigen Turnier, dem Confederations Cup“, sagte der Bauunternehmer. „Das ist noch nicht beendet, und ich möchte das portugiesische Team nicht stören“. In seinem zweiten Gruppenspiel trifft der Europameister mit seinem Kapitän Ronaldo am Mittwoch auf Gastgeber Russland.

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erstellt am 20.Jun.2017 | 10:24 Uhr

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