Von 70 auf 80 Cent : Post erwägt offenbar Porto-Erhöhung für Briefe

<p>Porto-Erhöhungen und Fehler der Zulieferer verärgern die Kunden. </p>

Porto-Erhöhungen und Fehler der Zulieferer verärgern die Kunden.

Es gibt so viele Beschwerden über die Post wie noch nie. An einer geplanten Porto-Erhöhung wird das wohl nichts ändern.

shz.de von
27. Mai 2018, 10:04 Uhr

Berlin | Der Versand eines Briefes könnte einem Medienbericht zufolge im kommenden Jahr teurer werden. Nach Informationen der "Bild am Sonntag" gibt es bei der Deutschen Post Erwägungen, das Porto für den Standardbrief 2019 um 10 auf 80 Cent anzuheben. Dem Bericht zufolge äußerte sich ein Firmensprecher ausweichend dazu. Zunächst müsse die Bundesnetzagentur ein neues Verfahren zur Festlegung der Briefpreise festlegen. Sobald das feststehe, "werden wir auf dieser Grundlage entscheiden, welche Preise verändert werden sollen und deren Genehmigung bei der Bundesnetzagentur beantragen", sagte der Sprecher laut "Bild am Sonntag".

Die Bundesnetzagentur hatte nach der letzten Preiserhöhung 2016, als das Porto für den Standardbrief von 0,62 Euro auf 0,70 Euro angehoben wurde, die Preise für drei Jahre eingefroren. Der nächstmögliche Termin für eine Portoerhöhung ist damit der 1. Januar 2019.

Die Post hatte zuletzt das Porto für Bücher- und Warensendungen kräftig angehoben. Für die Büchersendung Groß (bis 500 Gramm) verlangt sie mit 1,20 Euro ab 1. Juli ein Fünftel, also 20 Cent, mehr als bisher. Für die Warensendung Kompakt (bis 50 Gramm) werden mit 1,30 Euro sogar 40 Cent mehr fällig. Die Post begründete den Schritt mit allgemeinen Kostensteigerungen und höheren Transportkosten.

Ärger über Zusteller wächst

Nicht nur mit der regelmäßigen Erhöhung des Portos sorgt die Post bei den Verbrauchern für Ärger. Bei der Bundesnetzagentur können sich die Kunden beschweren, wenn ihre Post zu spät oder gar nicht eintrifft. Bei diesen Beschwerden zeichnet sich ein Rekord ab: Bisher stehen sie bereits bei mehr als zwei Dritteln des Werts aus dem gesamten vergangenen Jahr. Bis Ende Mai seien rund 4100 Beschwerden eingegangen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von den Regulierern. Im Gesamtjahr 2017 waren es demnach 6100, ein Anstieg von wiederum 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die meisten Beschwerden betreffen der Netzagentur zufolge Probleme bei der Zustellung. Über die Hälfte entfällt auf das lizenzpflichtige Brief-, ein Drittel auf das Paketgeschäft. Laut der Behörde ist die absolute Zahl insgesamt aber weiter auf einem niedrigen Niveau. 

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