Mit Anschrift und Foto : Polnische Justiz stellt Sexualstraftäter an Online-Pranger

Auf der Seite des Justizministeriums findet sich eine öffentliche Datenbank, in der rund 800 Sexualverbrecher gelistet sind. (Unkenntlichmachung durch shz.de)

Auf der Seite des Justizministeriums findet sich eine öffentliche Datenbank, in der rund 800 Sexualverbrecher gelistet sind. (Unkenntlichmachung durch shz.de)

In einer Online-Datenbank finden sich alle persönlichen Daten von verurteilten Sexualstraftätern.

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04. Januar 2018, 12:37 Uhr

Name, Anschrift, Foto: In einer neuen Online-Datenbank auf der Internetseite des polnischen Justizministeriums kann jeder Internetnutzer rund 800 verurteilte und gefährliche Straftäter aufrufen. Das berichtet die „Tagesschau“.  Laut Justizbehörde seien in der zu Jahresbeginn gestarteten Datenbank vor allem verurteilte Pädophile, die Kinder missbraucht hätten, und brutale Vergewaltiger zu finden. Die Daten dort werden fortlaufend aktualisiert.

Die Veröffentlichung in dem Register soll Kriminelle besser kontrollieren und Verbrechen vorbeugen. Die Maßnahme ist jedoch umstritten. Die EU klagt bereits gegen die polnische Justizreform und prangert an, das Land würde gegen das Rechtsstaatsprinzip verstoßen.

 „Das Recht auf den Schutz unserer Kinder steht über der Anonymität von Verbrechern“, sagte Justizminister und Generalstaatsanwalt Zbigniew Ziobro. Mit dem Register folgt Polen unter anderem den USA, wo es ein ähnliches System gibt.

So sind beispielsweise Schuldirektoren aufgefordert, vor der Einstellung von Personal mithilfe der Datenbank zu überprüfen, ob die Bewerber gelistet sind. Würden verurteilte Sexualverbrecher mit Kindern arbeiten, drohten Geld- oder Haftstrafen.

In einer zweiten Datenbank finden sich rund 2600 Sexualstraftäter. Diese ist allerdings nur für bestimmte Behörden einsehbar. Hier werden Personen gelistet, die unter anderem auch wegen Kinderpornografie verurteilt wurden.

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