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Soko Schulze : Polizei gibt im Fall Drage nicht auf

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Seit knapp vier Wochen versucht die Polizei, das Schicksal einer Familie aus dem Elbmarsch-Dorf Drage zu klären. Die konkreteste Hoffnung, den Fall zu lösen, ist nun geplatzt.

shz.de von
erstellt am 21.Aug.2015 | 15:37 Uhr

Drage | Auch wenn die Suche nach der vermissten Familie bislang keinen Erfolg hatte: Die Polizei will die Akten im Fall Drage noch nicht schließen. „Der Sack wird noch nicht zugemacht“, sagte der stellvertretende Soko-Leiter Jens Keul am Freitag der dpa.

Der Mann war bereits am 31. Juli in der Elbe beim schleswig-holsteinischen Lauenburg tot gefunden worden. Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt es bei ihm nicht. Die Ermittler vermuten daher, dass hinter dem Vermisstenfall ein Familiendrama steckt. Ein erweiterter Suizid wird angenommen. Aber einen Beweis dafür gibt es noch nicht.

Das weitere Vorgehen müsse aber noch geklärt werden. Am Donnerstagabend war die Suche nach der 43 Jahre alten Frau und ihrer zwölfjährigen Tochter in einem See bei Buchholz 27 Kilometer entfernt von Drage eingestellt worden. Seit Montagnachmittag war dort nach den vermissten Frauen gesucht worden - am Ende ohne Ergebnis.

Die Ermittler hatten große Hoffnungen auf die Suche in dem See gesetzt, sagte Keul. „Enttäuschung macht sich schon breit.“ Mit der Hilfe von Fährtenhunden hatten die Ermittler herausgefunden, dass die Familie über einen Waldweg gemeinsam zu dem kleinen See im Buchholzer Ortsteil Holm-Seppensen gegangen war. Aber nur der 41 Jahre alte Vater kehrte demnach auch wieder vom See zurück.

Am 23. Juli wollen Zeugen den Mann morgens noch im Auto der Familie gesehen haben. Einen Tag später verständigte der Chef der Frau die Polizei, weil die 43-Jährige nicht zur Arbeit gekommen war. Zeitungen berichteten, dass die Tochter nie im schon bezahlten Reiturlaub angekommen sei.

Nachdem der Fall in der vergangenen Woche in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY ... ungelöst» gezeigt worden war, hatte sich eine Zeugin gemeldet, die die Familie an dem See in Buchholz gesehen hat. Die Ermittler kommen zu dem Schluss, dass das am 22. Juli gewesen sein muss - dem letzten Schultag vor den Sommerferien. Seitdem verliert sich die Spur von Mutter und Tochter.

Noch sind nicht alle Spuren abgearbeitet, heißt es von der Polizei. Auch daher machen die Beamten weiter. Aber auch, weil nicht endgültig ausgeschlossen werden kann, dass Frau und Tochter doch noch leben, solange die Leichen nicht gefunden sind.

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