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Mecklenburg-Vorpommern : Polizei-Einsatz von Lutheran ohne Absprache mit Landesbehörden

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Ein Hamburger Polizist schießt bei einem Einsatz in MV einem Mann das Auge kaputt. Dabei ist er gar nicht der Gesuchte. Und der Einsatz war mit der örtlichen Polizei nicht abgestimmt.

Schwerin/Hamburg | Der umstrittene Einsatz eines Mobilen Einsatzkommandos der Hamburger Polizei in Lutheran bei Parchim mit einem Schwerverletzten ist ohne Absprache mit den Behörden in Mecklenburg-Vorpommern erfolgt. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken im Landtag hervor.

Die Hamburger Polizei hatte den Angaben zufolge bei ihrer Suche nach einem verurteilten Straftäter, der seine Haftstrafe nicht angetreten hatte, zunächst ein Amtshilfeersuchen an die Behörden im Nordosten gestellt. Die Landespolizei wurde demnach am 10. Februar gebeten, den Mann in Plau am See festzunehmen. Ein Spezialeinsatzkommando überwältigte drei Bauarbeiter auf einer Baustelle, in deren Nähe der Wagen des Gesuchten stand. Der Mann war aber nicht dabei.

Zwei Tage später rückte dann ein Mobiles Einsatzkommando aus Hamburg an. In Lutheran stoppten die Beamten den Wagen des Gesuchten, in dem aber zwei andere Männer saßen. In der Annahme, dass der Fahrer flüchten wollte, schoss ein Beamter und verletzte den Mann schwer. Er verlor ein Auge.

Der Innenexperte der Linken, Peter Ritter, sagte dem „Nordkurier“, das Vorgehen spreche nicht gerade für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit der Polizei aus den einzelnen Bundesländern. „Spätestens seit dem NSU-Terror müsste man aber wissen, wie wichtig das ist.“ Das Innenministerium wollte sich nicht weiter äußern. Der Gesuchte hat sich inzwischen gestellt und seine Haft angetreten.

Bei dem eigentlich Gesuchten handelt es sich um einen wegen Körperverletzung verurteilten Mann aus der Hamburger Rotlichtszene, der seine Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten nicht angetreten hatte. Das Auto hatten laut Anwalt der verletzte Fahrer und ein Freund bei der Mutter des Gesuchten ausgeliehen.

Doch auch gegen den angeschossenen Autofahrer wird ermittelt. Die Schäden an den Fahrzeugen deuteten darauf hin, dass der Mann versucht habe, eine Sperre aus zivilen Polizeifahrzeugen zu durchbrechen, teilte ein Sprecher der Anklagebehörde. „Die Ermittlungen werden auch zu der Frage geführt, ob der Beschuldigte dabei beteiligte Polizeibeamte verletzen wollte“, erklärte der Sprecher.

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erstellt am 23.Mär.2016 | 13:05 Uhr

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