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Familie : Politik ist bei Paaren nur selten Thema

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Grüne oder SPD? CDU oder Linke? Viele Paare haben keine Ahnung, was die politischen Präferenzen ihres Partners angeht. «Einer Umfrage zufolge weiß jeder Zweite nicht, wen der andere wählt», sagt Diplompsychologin Wiebke Neberich.

shz.de von
erstellt am 21.Aug.2013 | 15:16 Uhr

Über Parteien und andere politische Themen sprechen Paare nicht gerne. Oft hänge das damit zusammen, dass Menschen heikle Themen wie Politik und Religion im Gespräch lieber vermeiden. «Es kann natürlich passieren, dass man da etwas Wind ins Gesicht bekommt, wenn man seinen Standpunkt vertritt», sagt Neberich.

Das müsse aber gar nicht schlimm sein: In jeder Partnerschaft gebe es Punkte, bei denen man nicht auf einen Nenner komme. «Entscheidend ist dann: Wie gehe ich damit um?», sagt Neberich. Kann man es als Bereicherung empfinden, wenn der Partner beispielsweise das Betreuungsgeld befürwortet, während man es selbst ablehnt? Oder schürt das permanent Konflikte?

Um überhaupt mit dem anderen ins Gespräch über Politik zu kommen, sei es gut, sich konkrete Themen rauszupicken. Wie steht der Partner zum Ehegattensplitting oder zum Datenschutz? So könne man sich langsam rantasten und erfahren, welche Meinung der andere zu einzelnen Punkten hat. Manchmal stellten Paare dabei sogar fest: «Welche Partei er oder sie wählt, kann ich nicht nachvollziehen. Aber in bestimmten Punkten sind wir einer Meinung.»

Über politische Themen und Haltungen zu sprechen, sei außerdem eine gute Gelegenheit, eigene Vorurteile abzuklopfen. Denn fast jeder habe automatisch Assoziationen im Kopf, wie beispielsweise der typische SPD- oder CDU-Wähler lebt. «Trotzdem muss ich mir klar darüber werden: Das sind nur Vermutungen», sagt Neberich. An dieser Stelle biete sich die Chance, seine Vorstellungen zu überprüfen. So könne man den anderen fragen: «Du findest also folgende Partei gut: Siehst du bestimmte Sachen dann so und so?».

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