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Neuheiten 2014 : Photokina: Wie viel Selfie braucht die Fotografie?

vom
Aus der Onlineredaktion

Das Smartphone verdrängt die Kamera vom Markt – wie die Fotobranche auf den Selfie-Trend reagiert, sieht man nun auf der Photokina in Köln.

Köln | Abruptes Stehenbleiben in der Fußgängerzone, lang ausgestreckte Arme, versteinerte Gesichtszüge. Das Selfie beherrscht nicht nur die Instagram-Accounts der Stars und Sternchen, längst sind Selbstporträt schießende Jugendliche ein alltäglicher Anblick – nicht nur an touristisch relevanten Orten. Urlaubserinnerungen und Smartphonegalerien werden seit geraumer Zeit von grinsenden Gesichtern dominiert.

Wie geht die Fotobranche mit dieser neu entdeckten Freude am Narzissmus um? Rund 1070 Aussteller aus 51 Ländern sind derzeit bei der weltgrößten Fotomesse zu Gast – der Photokina in Köln. Dort präsentieren sie neben ausgefeilter Technik und immer spektakuläreren Modellen auch die Antwort auf eine neue Selfie-Kultur – und reagieren damit auf die Bedrohung klassischer Kameras durch das Smartphone, das der Fotobranche in diesem Jahr einen Umsatzrückgang von fast 13 Prozent bescherte.

Foto: Screenshot Youtube

Da gibt es zum Beispiel die Coolpix S6900 von Nikon. Auf der Messe als „Selfie-Cam“ angepriesen, bedient sie mit zusätzlichem Frontauslöser und weit schwenkbarem Display die Bedürfnisse ihrer egozentrischen Zielgruppe. Gegen den neumodischen Gadget-Tennisarm soll die Gestensteuerung helfen. So können Selfies bequem aus der Ferne geschossen werden – damit auch die neuen Schuhe mit aufs Bild passen. Olympus schließt mit ähnlichen Features ebenfalls zum neuen Trend auf. Für weniger Geld bietet der Hersteller Hama den verlängerten Selfie-Arm – eine Art Handstativ mit verschiedenen Anschlüssen für Kamera, Smartphone und Actioncam.

Foto: dpa

Die neuen Fototrends sind schnelllebig und vernetzt – in Echtzeit wird geteilt und gepostet. Wlan ist im 175. Jahr der Fotografie fast schon ein Muss. Damit das aufwendige Mittagessen direkt im sozialen Netzwerk landet und nicht erst aufgewärmt am Abend danach, lassen sich viele der neuen Systemkameras außerdem durch NFC-Technologie in Windeseile mit dem Smartphone verbinden. Selbst Sofortbildkameras, die großen Retro-Wiederkehrer der Photokina, sind heute teilweise mit Internetzugang gerüstet. So kümmert sich das von Instagram inspirierte Socialmatic-Quadrat zeitgleich um Ausdruck und soziale Verbreitung des letzten Selfies.

Foto: Panono

Auch andere Fototrends auf der diesjährigen Photokina dienen vorrangig der Spielerei: So sieht die Branche bei den sogenannten Wearables ein großes Wachstumspotenzial für die Zukunft. Als Broschen, Ketten, Brillen oder Armbänder getragen, können diese winzigen Kamera-Computer rund um die Uhr Videos und Bilder aufnehmen. Die Panono-Kamera – ein ballförmiges Gadget zum Werfen – liefert mit ihren 36 Fotochips 360-Grad-Bilder.

Foto: Panono
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erstellt am 17.Sep.2014 | 16:36 Uhr

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