zur Navigation springen

Spiel Frankreich-Deutschland : Paris-Attentäter wollten Bomben im Stadion zünden

vom

Es wäre das schlimmstmögliche Horrorszenario im Stade de France gewesen – vor den Augen von Millionen Zuschauern.

shz.de von
erstellt am 15.Nov.2015 | 15:03 Uhr

Paris | Die Selbstmordattentäter von Paris wollten während der Partie zwischen EM-Gastgeber Frankreich und Fußball-Weltmeister Deutschland in das Stadion Stade de France eindringen. Das bestätigte der französische Sport-Staatssekretär Thierry Braillard der Nachrichtenagentur AFP zufolge am Sonntag im Sender France 2. Mindestens einer der insgesamt drei Terroristen wollte seine Bombe laut Medienberichten im Stadion zünden. Nachdem den Terroristen das nicht gelungen war, sprengten sich die drei dortigen Attentäter in die Luft. Sie töteten dabei einen unschuldigen Menschen. Wie die französische Sportzeitung „L'Équipe“ am Sonntag ohne Verweis auf Quellen berichtete, sollen sogar zwei Attentäter kurz nach Spielbeginn versucht haben, noch in das Stadion zu gelangen. Warum die Attentäter nicht in das mit knapp 80.000 Menschen gefüllte Stadion gelangten, führte Braillard nicht aus.

Bei einer beispiellosen Terrorserie in Paris mit mehreren fast zeitgleichen Anschlägen sind am Freitagabend mindestens 129 Menschen getötet worden. Mehr als 200 wurden zum Teil schwer verletzt. Die Attentäter schossen am Freitagabend an verschiedenen Orten der französischen Hauptstadt wild um sich und zündeten mehrere Bomben.

„Sie hatten geplant zu sterben. Aber nicht alleine, und auch nicht außerhalb des Stade de France“, schrieb die französische Sportzeitung über die Motive der Attentäter. Den Informationen des Blattes zufolge sollen die beiden allerdings keine Tickets gehabt haben und deswegen auch nicht in das umzäunte Stade de France gekommen sein.

Das „Wall Street Journal“ hatte am Samstag berichtet, dass mindestens ein Attentäter ein Ticket für das Spiel gehabt haben sollte. Er sei aber von einem Ordner beim Sicherheitscheck aufgehalten worden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf einen anderen Ordner und einen Polizisten. Bei dem Attentäter sei etwa eine Viertelstunde nach Spielbeginn, was gegen 21.15 Uhr gewesen wäre, am Stadioneingang eine Sprengstoff-Weste entdeckt worden. Beim Versuch zu entkommen, habe der Mann den Sprengstoff zur Explosion gebracht.

Laut „L'Équipe“ sollen die beiden Attentäter bereits gegen 21.05 Uhr vergeblich versucht haben, in den Stadionbereich zu gelangen. Der erste habe es im Sektor Ost des Stadions probiert, der zweite im Sektor Nord. Beide hätten sich aber abweisen lassen, weil sie keine Eintrittskarte hatten, schrieb „L'Équipe“.

Die Zeitung „Le Parisien“ zitierte einen Augenzeugen, der die beiden Attentäter kurz vor der ersten Explosion gesehen haben will. Demnach sei der Sprengstoff unter deren großer Kleidung und einem Dreiviertel-Mantel aber nicht zu erkennen gewesen.

Das eigentliche Ziel der Attentäter soll laut „L'Équipe“ gewesen sein, „ein Blutbad auf den Tribünen anzurichten und ein Horrorszenarium zu schaffen für die mehreren Millionen Fernsehzuschauer“, schrieb die Sportzeitung. Als die Attentäter nicht ins Stadion kamen, sprengten sie sich in unmittelbarer Nähe, praktisch vor den Eingängen D und J, in die Luft. Die erste Bombe explodierte um 21.17 Uhr, die zweite kurz danach. Eine dritte folgte in der Nähe. Ein Passant wurde getötet, 31 Personen verletzt, 15 weitere schwer, berichtete die „L'Equipe“. Insgesamt kostete die beispiellose Terrorwelle am Freitag im Vorort Sant-Denis und in Frankreichs Hautstadt Paris 129 unschuldige Menschen das Leben, 352 wurden verletzt.

Auch am Sonntag blieben die Tatorte unmittelbar am Stadion noch abgesperrt. Polizisten kontrollierten den Bereich in der Avenue Jules Rimet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen