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Bewerbungsvideo an Trump : „Ostfriesland second“: Unsere Deiche sind die schönsten Mauern

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Aus der Onlineredaktion

Ins Rennen um die Gunst Amerikas steigen nun auch erste Regionen mit Bewerbungsvideos ein. Vorne mit dabei: Ostfriesland.

Donald Trump sagt: „America first“ – Amerika kommt zuerst. Zwei Worte macht der US-Präsident zum Leitsatz seines politischen Handelns. Aber wer kommt an zweiter Stelle? Eine entscheidende Frage, die zu beantworten sich Comedians in ganz Europa aufgetragen haben – angeführt von der holländischen Satiresendung „Zondag met Lubach“, die als erste ein Bewerbungsvideo an Trump richtete.

Jan Böhmermann meldete sich für Deutschland zu Wort, doch als stolze europäische Küstenregion scheint sich Ostfriesland nicht eins zu eins damit identifizieren zu wollen – und schickt via Facebook eine eigene Werbebotschaft über den großen Teich.

Damit der viel beschäftigte US-Präsident sie versteht, ist sie auf englisch verfasst – und im Trump-typischen Duktus der überspitzt-verkürzten Drei-Wort-Sätze gehalten. Das kommt dem Ostfriesen ohnehin sehr nahe. Oder wie es im Video heißt: „Wir haben unsere eigene Sprache. Es ist Platt, aber sehr klug. Egal, wann wir uns am Tag grüßen, wir sagen immer: ‚Moin‘. Den Rest des Tages reden wir nicht sehr viel.“

 

Dafür kann die Küstenregion bei Erneuerbaren Energien punkten. Nicht, dass das Thema Trump besonders am Herzen läge, aber gut. „Wir haben mehr Windmühlen als die Holländer. Bei Windenergie sind wir die Besten. Alle anderen Länder: totales Desaster“, heißt es in dem knapp fünf Minuten langen Clip, der am Montag drei Stunden nach seiner Veröffentlichung auf Facebook bereits knapp 100.000 Mal aufgerufen wurde. Gedreht hat ihn die Ostfriesland Tourismus GmbH, die sich um die touristische Außenwirkung der Region bemüht – und mit dem Video einen echten Netzhit zu landen scheint.

Weiter geht es im Bewerbungsvideo mit dem Thema historisch gewachsene Architektur. Der schiefe Turm von Pisa in Italien? Ein Fake. Die wirklich schiefen Häuser stehen natürlich: in Ostfriesland.

Die sportbegeisterte Nation der Vereinigten Staaten will mal über den Tellerrand schauen? Wie wäre es mit Boßeln? („Wie Kegeln, nur anders“) Oder mit der Schlickschlittenrennenweltmeisterschaft? Ja, richtig gehört. Das Video erklärt es Trump: „Alle werden nass und dreckig. Auch die Mädels. Das wird dir gefallen.“

Mit schönen Frauen kann man beim US-Präsidenten ohnehin punkten: Darauf scheinen die Ostfrieslandwerber zu spekulieren. „Ihr habt ‚Miss Amerika‘ – einmal im Jahr wählen wir die Miss Ostfriesland“, heißt es. Gezeigt werden eine äußerst attraktive US-Schönheitskönigin und eine ebenfalls sehr ansehnliche deutsche Kuh.

Kein Wahlkampfthema war Trump allerdings so wichtig wie seine geplante Mauer an der Grenze zu Mexiko. Auch da weiß Ostfriesland für seine Stärken zu argumentieren – mit Fotos von prachtvollen Deichbauten. „Wir sind sehr gut im Mauern bauen. Sie sind riesig und sehr lang: Und wir haben die EU dazu gebracht, sie zu bezahlen. Fantastisch! Beschützt von unseren Grenzpatrouillen (Schafen). Nicht einmal Mexikaner kommen rüber.“

Das Video schließt mit jenem Appell, den man schon von anderen Bewerbungsvideos um die amerikanische Gunst kennt: „Wir lieben Amerika. Und wir haben großes Verständnis, dass es heißen muss: America first. Aber können wir einfach sagen: Ostfriesland second?“

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erstellt am 07.Feb.2017 | 17:30 Uhr

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